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Bei Schulverbänden "Kirchturmdenken hinten angestellt"

06.11.2008 | 18:39 Uhr
Bei Schulverbänden "Kirchturmdenken hinten angestellt"

Medebach. (ju) „Sehr dunkle Wolken” waren es, so Bürgermeister Heinrich Nolte, die Ende 2006 über der heimischen Schullandschaft aufzogen. Mit der Gründung zweier Schulverbände wurden für den Raum Hallenberg, Winterberg und Medebach jedoch Lösungen gefunden.

Über deren Umsetzung machte sich gestern NRW-Schulministerin Barbara Sommer vor Ort in Medebach ein Bild.

Bei dem Fachgespräch mit der Schulministerin in der Aula des Medebacher Schulzentrums zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden mit der neuen Situation.

Seit Beginn des Schuljahres 2008/09 haben die beiden Schulverbände (Haupt- und Realschule Medebach-Hallenberg und Gymnasium Winterberg-Medebach) ihre Arbeit aufgenommen.

Heinrich Nolte erläuterte noch einmal ausführlich die ursprüngliche Problemlage und erklärte, dass allen drei Städten klar gewesen sei, dass eine Stadt ohne weiterführende Schulsysteme langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit eine aussterbende Stadt sei. Daher sei man auch sehr schnell zu der Erkenntnis gekommen, „dass die Probleme nur dann gelöst werden konnten, wenn wir vertrauensvoll zusammen arbeiten und gemeinsame Lösungen suchen würden”. Unter anderem mit Beteiligung der Bezirksregierung und des NRW-Schulministeriums wurden die Lösungen schließlich gefunden.

Nach langen Diskussionen sei man, so Nolte, schließlich zu der Erkenntnis gekommen, „dass bessere Lösungen nicht in Sicht waren” und die „Schullandschaft auf ein erheblich besseres Fundament als vorher gestellt wurde”. An die Schulministerin gewandt hielt er fest, dass diese gesamte positive Wende nicht möglich gewesen wäre, wenn ihre Behörde diese Lösung nicht genehmigt hätte. Und in diesem Sinne sprach er der Ministerin und allen anderen Verantwortlichen seinen Dank aus.

Dem schlossen sich auch die Bürgermeister-Kollegen an. Werner Eickler (Winterberg) sprach von einer richtungweisenden Entscheidung und „gelebter Standortsicherung” und wies auf die verbesserte Lehrersituation in dem neuen gymnasialen Zweckverband hin. Auch Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge zeigte sich sehr zufrieden: „Hier wurde nicht nach Möglichkeiten gesucht, um Schulstandorte zu schließen, sondern nach Möglichkeiten, die das Ziel hatten, alle Schulstandorte zu erhalten.”

Schulleiter Friedhelm Schnurbus (Haupt- und Realschule) betonte, dass neues Leben in die Schule zurückgekehrt sei und sich eine neue Perspektive eröffnet habe. Für Franz Rudolf Weber, Schulleiter des Gymnasiums, „passt alles sehr gut zusammen”. So sein erstes Fazit.

Schulministerin Barbara Sommer fand ein dickes Lob: „Das haben Sie wundervoll hinbekommen.” Sie hob die sehr gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, ihre Kreativität und die Bereitschaft, sich für Neues zu öffnen, hervor. Positiv bewertete sie auch, dass hier das Kirchturmdenken hinten angestellt wurde.

MdL Hubert Kleff betonte, dass diese Schul-Situation nur durch das neue Schulgesetz möglich geworden sei.

Jutta Klute-Zerbs

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