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Rat Medebach

"Ausgezeichnetes Bilanzbild"

21.11.2008 | 17:57 Uhr

Medebach. (ju) Ein „ausgezeichnetes Bilanzbild” bescheinigte der Dipl.-Kaufm. Dieter Doktorczyk der Stadt Medebach bei der Ratssitzung am Donnerstag. Er stellte die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tbbo Treuhand GmbH geprüfte vorläufige Eröffnungsbilanz der Stadt vor.

Demnach beträgt das Medebacher Vermögen rund 88 Mio Euro. Im Rahmen der Umstellung auf das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF) muss eine solche Eröffnungsbilanz erstellt werden. Für die Städte ist dies ein sehr aufwändiges Unterfangen. In der nun vorgelegten vorläufigen Eröffnungsbilanz sind bereits 27 000 Anlagegüter erfasst.

Darin enthalten sind alle Grundstücke, Gebäude, Straßen und Wege, das Abwasservermögen und die liquiden Mittel. Diese Werte wurden durch die damit beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tbbo bereits genau unter die Lupe genommen. Noch nicht bewertet wurden Brückenbauwerke, die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Teile der maschinellen Anlagen und Maschinen. Insgesamt geprüft wurden, so Dieter Doktorczyk, 88 Prozent.

Auf Grundlage dieser Überprüfung erklärte er im Rat: „Sie haben in der Vergangenheit top gewirtschaft und haben eine hervorragende Ausgangssituation.” Der Wirtschaftsprüfer nannte einige Daten aus dem Anlagevermögen: Unbebaute Grundstücke 6,3 Mio Euro, bebaute Grundstücke 16,8 Mio Euro (davon 13,3 Mio Schulen), Infrastruktur 56,2 Mio.

Das Vermögen für Entwässerungs- und Abwasserbeseitigungsanlagen wird in der Bilanz mit 29,8 Mio Euro beziffert. Dem stehen Schulden in Höhe von insgesamt 19 Mio Euro gegenüber. Insgesamt stellte der Finanzexperte fest: Wenn die Stadt Medebach den Abwasserbereich ausgegliedert hätte, wäre sie praktisch schuldenfrei. Damit sei Medebach in NRW „eher ein Ausnahmefall.”

Dennoch sei es wichtig, Haushaltskonsolidierung zu betreiben und dabei gebe es keine parteipolitischen Handlungsspielräume. Wichtig sei es, das Geld weiter restriktiv auszugeben, aber notwendige Investitionen nicht hinauszuschieben und stets eine Wirtschaftlichkeits-Rechnung anzustellen. Ein Beispiel dafür seien die Abwassergebühren. Dieter Doktorczyk geht davon aus, dass sie künftig erhöht werden müssen.

Doch für 2009 bleiben sie zunächst wie bisher bei 2,94 Euro pro Kubikmeter. Das hat der Rat einstimmig beschlossen. Auch Bürgermeister Nolte erwartet, dass es mit der Trennung von Schmutz- und Niederschlagswasser ab 2010 zu einer Erhöhung kommmen wird. Auch die Abfallgebühren für 2009 waren Thema. Die Tonnengebühr bleibt gegenüber 2008 unverändert. Um zwei Euro gesenkt auf 55 Euro wird die Grundgebühr pro Einwohner/Einwohnergleichwert. Die Gebühr für Beistellsäcke wurde für Restmüll auf 4,50 Euro (bisher: 3,50 Euro) und für Biomüll auf 3 Euro festgelegt.

Beschlossen wurde außerdem, die bisher aufgestellten Container für die kostenlose Anlieferung von kleinen Bauschuttmengen in Medebach, Medelon und Oberschledorn aufzugeben. Stattdessen soll es ab Mitte 2009 nur noch einen Container in der Kernstadt geben.

Von 1,15 Euro auf 0,85 pro Meter Grundstückslänge wird die Winterdienstgebühr ab 1. Januar gesenkt. Grund für die Senkung ist, so der Bürgermeister, dass Fehlbeträge aus den Vorjahren ausgeglichen werden konnten.

ju

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