Zwischen Bahnhof und Steinbruch wohnen und spielen

Barrierefreies Wohnen mit öffentlicher Grünanlage: Vertreter der Stadt Herdecke und der HGWG stellten das Bauprojekt am Bahnhof vor dem Steinbruch vor.
Barrierefreies Wohnen mit öffentlicher Grünanlage: Vertreter der Stadt Herdecke und der HGWG stellten das Bauprojekt am Bahnhof vor dem Steinbruch vor.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Stadt Herdecke und ihre Wohnungsgesellschaft HGWG stellten die Pläne für die Wohnbebauung und Parkanlage am Bahnhof/Steinbruch vor.

Herdecke..  Über Jahrzehnte tat sich im hinteren Teil des Herdecker Bahnhofs nichts. Doch die langfristigen Planungen lassen sich nun kurzfristig umsetzen: Im März sollen vor dem Steinbruch die Rohbauarbeiten für 30 barrierefreie Mietwohnungen der Herdecker Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (HGWG) beginnen, damit diese ein Jahr später bezugsfertig sind. Schon in diesem Sommer soll die öffentliche Grünanlage der Stadt zugänglich sein.

Gut gelaunt präsentierten gestern die Vertreter der Verwaltung und des kommunalen Wohnungsunternehmens die konkreten Pläne für die lange brach liegende Fläche, die die Stadt von der Deutschen Bahn erworben hatte. Denn nach der Modernisierung des Bahnhofs, der beidseitigen Busanbindung und der Sanierung der Ladestraße scheinen viele Interesse an dem 6,5 Millionen Euro teuren Mehrgenerationenwohnprojekt auf 3700 Quadratmetern zu haben. „Wir hatten bereits ca. 150 Anfragen“, so HGWG-Geschäftsführer Klaus-Dieter Gördes. Hauptsächlich Herdecker seien darunter gewesen, aber auch Auswärtige. Was Bauamtsleiter Daniel Matißik nachvollziehen kann: „Die Nähe zur Innenstadt, ruhige Lage, moderner Wohnraum und eine sehr gute Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr stechen hier hervor.“ Nicht zu vergessen acht eigene kleine Mietergärten. „Die Wohnungen entstehen in Ost-West-Ausrichtung“, ergänzt Frank Zagler, 1. Beigeordneter der Stadt und HGWG-Geschäftsführer. „Gutachter haben sogar den Schattenwurf berechnet – mit dem Ergebnis: Auf die Fläche am Steinbruch fällt den ganzen Tag über sehr viel Licht.“

Wassergebundene Wegedecke

Was auch dem neuen Park zugute kommen dürfte. Auf einem Hektar soll sich ein befestigter und 2,50 Meter breiter Weg mit geringem Gefälle durch die Anlage schlängeln. Während für Senioren voraussichtlich ein Crosstrainer und ein Stepper sowie für alle Bänke (mal mit, mal ohne Lehne) aufgebaut werden, sollen sich die Geräte für Kinder wie ein Trampolin oder Spielwiesen neben einer Kernzone inselartig verteilen. „Das soll alles recht naturnah geschehen“, meint Ralf Grunwald, bei der Stadt Herdecke zuständig für die Grünanlagen. Zum Steinbruch bleibt ein durchschnittlicher Sicherheitsabstand von 15 Metern. „Ein Zaun soll das Hinüberklettern verhindern.“ Diese Investitionen von 900 000 Euro sollen etwa auch Neugierige vom Nacken anlocken.

Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster spricht von einer „einmaligen Chance“, wenn sie auf den größeren Zusammenhang verweist: „Es gelingt uns auch hier wie zuvor im Quartier Ruhraue oder bei Westfalia, eine brach liegende Gewerbefläche neu zu nutzen, so dass neuer Wohnraum stadtnah und nicht außerhalb auf einer grünen Wiese entsteht.“ Was wohl auch Land und Bund überzeugt hat. 70 Prozent der Kosten des Projekts „Stadtumbau West“ sollen nach Abschluss der Arbeiten durch Fördergelder gedeckt werden.