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Zwei dunkle Flecken auf dem neuen Schulradar

30.01.2009 | 17:27 Uhr

Wetter/Herdecke. Lehrer haben es nicht leicht. Im Gegensatz zum gemeinen Büroangestellten wird ihre Arbeit im Internet öffentlich bewertet - nämlich von Schülern auf "Spickmich.de". ...

Schüler beim Verlassen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Ihre Eltern können nun im Netz die Schule bewerten. Foto: Hendel

... Nun hat derselbe Anbieter eine neue Plattform eröffnet, auf der Eltern zu Wort kommen. Zu Lehrkräften, Förderung, Ausstattung und Schulleitung. Allerdings haben in Wetter und Herdecke erst wenige Eltern die Gelegenheit ergriffen.

"Finden Sie die beste Schule für Ihr Kind!" So vollmundig werben die Betreiber des Portals für ihr Angebot. Anhand der Meinung möglichst vieler Mitstreiter sollen Eltern Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Schule erhalten. "Alle Eltern haben ein Interesse an zuverlässigen Informationen über eine Schule", unterstellen die Betreiber. Und setzen darauf, dass Eltern nicht durch Mehrfach-Wertungen oder bewusste Zerrbilder die Wertung manipulieren.

In Wetter und Herdecke können die Eltern auf www.schulradar.de eigentlich sofort loslegen. Durch Eingabe der Postleitzahl oder des Ortes gelangt man auf eine Übersichtskarte, wo die gewünschte Schule leicht auffindbar ist. Ein Klick genügt, und der Nutzer findet Adressen, Fotos und natürlich Bewertungen. So denn welche vorhanden sind. Für keine der Grundschulen in Wetter und Herdecke ist das bislang der Fall. Einige wenige Eltern haben zumindest bei den weiterführenden Schulen Spuren hinterlassen. Den "Rekord" bei den Teilnehmern erreicht die Friedrich-Harkort-Schule. Mit mickrigen drei Bewertungen. Die Ergebnisse sind derzeit also recht nichtssagend. Aber wenn das Portal eine ähnliche Beliebtheit wie "Spickmich" erlangt, könnte sich das schnell ändern.

Viele Schulleiter warnen allerdings davor, sich bei der Schulwahl allzu sehr auf die Noten im Portal zu versteifen. "Leider sind die Wertungen anonym und können sehr leicht manipuliert werden", gibt etwa Gerald Becker zu bedenken, der das Geschwister-Scholl-Gymnasium leitet. Außerdem fürchtet er: "Wahrscheinlich äußern sich im Internet eher diejenigen, die unzufrieden sind, als die zufriedene Masse im Hintergrund."

Einen kritischen Blick auf die Bewertungen empfiehlt auch Schulleiter Karl-Heinz Panhans (Hauptschule Wetter): "Plakative Darstellung in Noten wird dem Bild der Schulen in der Realität meistens nicht gerecht." Auch wenn er grundsätzlich findet: "Wir Schulen brauchen uns nicht zu verstecken." So sieht es auch Heiner Knährich, Realschule Wetter: "Wer sich nichts vorwerfen muss, braucht auch nicht zittern." Obwohl er allen Eltern nur empfehlen kann, sich besser ein Bild vor Ort als im Internet zu machen: "Weil man kaum weiß, welche Beweggründe bei der Notenvergabe der Eltern jeweils im Spiel waren."

Von Steffie Friske

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