Zusammenstoß angeblich nicht bemerkt

Herdecke..  Nach einem Gang zum Bankautomaten soll ein 48-jähriger Herdecker beim Ausparken mit seinem Wagen gegen ein fremdes Fahrzeug gestoßen sein, das andere Auto beschädigt haben und dennoch nach einem Kontrollblick verschwunden sein. Jetzt begann sein Prozess wegen Unfallflucht vor dem Amtsgericht Wetter. Dort wollte er sich keiner Schuld bewusst sein.

Am Abend des 7. Januar kam es in der Stiftsstraße offenbar zur Kollision. Der Herdecker, so der Vorwurf, setzte zurück, touchierte den anderen Pkw und verursachte einen Schaden von über 1000 Euro. Vor den Augen der Besitzerin des beschädigten Wagens stieg er aus, warf einen kurzen Blick auf die Autos, stieg wieder ein, fuhr davon und ließ die verdutzte Frau zurück.

Cousine stützt Aussage

„Ich habe von dem Unfall ehrlich nichts gemerkt“, beteuerte der 48-Jährige jetzt vor Gericht. Zudem habe er an den Autos keinen Schaden feststellen können. Er sei überhaupt nur deshalb ausgestiegen, so erklärte er zur Verwunderung des Gerichts, weil er im Spiegel registriert habe, dass es knapp geworden sei. Aber einen Anstoß habe er weder gespürt noch gehört. Eine Version, die seine Cousine, die damals auf dem Beifahrersitz saß, bestätigte. Beide behaupteten darüber hinaus, dass die Besitzerin des anderen Autos per Schulterzucken zu verstehen gegeben habe, dass sie nichts bemerkt habe.

Zeuge wird vorgeführt

Im Gegensatz dazu sprach die Geschädigte davon, dass ihr Auto gewackelt habe. Auch habe sie den Angeklagten angesprochen. Der sei es gewesen, der mit den Achseln gezuckt habe. Zwei jugendliche Zeugen, die in der Nähe standen, bestätigten im Wesentlichen die Version der Geschädigten. Einer sah, wie der Angeklagte gegen den fremden Wagen fuhr, der andere hörte den Knall. Auch erinnerte sich einer von ihnen, dass die Geschädigte anschließend „geschockt“ gewesen sei. Ihr Kumpel, der dritte Zeuge, erschien einfach nicht zum Prozess und erhielt dafür 150 Euro Ordnungsgeld. Auf seine Aussage wollte das Gericht jedoch nicht verzichten. Mit seiner Befragung wird der Prozess demnächst fortgesetzt. Eine polizeiliche Vorführung soll gewährleisten, dass er dann erscheint.

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