Zum Frühstück gibt es Brötchen statt Tortilla
03.01.2010 | 17:06 Uhr 2010-01-03T17:06:00+0100Der junge Mann lernte Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt kennen, wanderte zum ersten Mal in seinem Leben durch Schnee: Manuel Pérez Batista stammt aus Santiago in Panama und verbrachte die Feiertage bei Familie Sens in Ende.
„Es ist das erste Mal, dass ein junger Mann aus Panama unseren Dritte-Welt-Kreis besucht”, freut sich auch der Vorsitzende Paul K. Heer.
Die Kontake in Richtung Panama wurde bereits im vergangenen Jahr geknüpft: Svenja Sens, Franziska von der Ecken, Simon Geisel und Moritz Bönte besuchten das mittelamerikanische Land, lernten dabei auch Manuel, seine drei Schwestern und die Eltern kennen. Der Austausch lief über die Partnerorganisation „Cepas”. „Die Mutter von Manuel war gleichzeitig unsere Gastmutter”, weiß Svenja Sens, Weg zum Poethen 71, zu berichten.
Manuel (23) absolvierte in seiner Heimat mit Erfolg ein Ingenieur-Studium, steht nun vor dem Eintritt in den Beruf. Zuvor trat er der junge Mann, der Spanisch und einige „Brocken” Deutsch spricht, zum ersten Mal in seinem Leben eine Reise ins Ausland an. Der Kontakt zu seiner Familie läuft über das Internet. „Hier ist es wunderschön”, meint er. In seiner Heimat Panama liegen die Temperaturen um die 30 Grad, außerdem herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. „Auf das Winterwetter hier in Deuschland war er gar nicht vorbereitet. Simon und Moritz mussten erst einmal mit warmen Sachen aushelfen”, erzählt Svenja Sens (21). Manuel wird noch bis zum 22. Januar in Herdecke bleiben. Dann besucht er noch eine Tante in Madrid, von dort geht es wieder zurück in die Heimat.
Und bis dahin hat Manuel noch reichlich Gelegenheit, das Gastland kennen zu lernen. So war er bereits im Dortmunder Stadion zum 100. BVB-Vereinsjubiläum zu Gast, außerdem besuchte er den Dortmunder Weihnachtsmarkt. „Natürlich feiern wir auch in Panama Weihnachten, die Bäume werden meistens aus Kanada eingeführt”, so Manuel Pérez Batista. „Aber Weihnachtsmärkte kennen wir nicht.”
Reise nach Bonn
ist geplant
Familie Sens und Gast Manuel treffen sich in der Regel morgens schon am Frühstückstisch. Brötchen und Kaffee waren für Manuel bisher unbekannt. „Bei uns in Panama gibt es in der Regel Tortillas und ein Getränk aus Haferflocken”, erzählt der junge Mann. Außerdem werde in der Heimat meistens Reis gegessen, Kartoffeln seien eher unbekannt.
Für die restliche Zeit im fernen Land stehen noch Reisen nach Bonn und Berlin an, wo Simon Geisel und Moritz Bönte studieren. Eines haben sich die jungen Gastgeber auf jeden Fall fest vorgenommen: „Der Kontakt zu Manuel und Panama soll auch nach der Abreise nicht abreißen, möglichst ein Leben lang halten.”
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