Zigarettendieb gelobt Besserung nach erneuter Verurteilung

34 Eintragungen in einem Strafregister: Ein Wiederholungstäter aus Wetter wurde nun nach einem erneuten Diebstahl zu einer Geldstrafe verurteilt.
34 Eintragungen in einem Strafregister: Ein Wiederholungstäter aus Wetter wurde nun nach einem erneuten Diebstahl zu einer Geldstrafe verurteilt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Ein Wiederholungstäter aus Wetter stand mal wieder vor dem Amtsgericht, da er eine Schachtel Zigaretten geklaut hatte. Eine Therapie soll helfen.

Wetter..  Vor den Augen einer Kassiererin ließ ein 56-Jähriger in Wetter eine Schachtel Zigaretten verschwinden. Jetzt stand der unbeirrbare Wiederholungstäter vor dem hiesigen Amtsgericht, geriet in Erklärungsnöte und gelobte schließlich Besserung.

1979, das Jahr, in dem Helmut Schmidt Bundeskanzler war und Margaret Thatcher in Großbritannien Premierministerin wurde, war auch das Jahr, in dem der Seriendieb seine kriminelle Laufbahn startete. Mittlerweile befinden sich 34 Eintragungen in seinem Strafregister wegen Eigentums-, Drogen- und Verkehrsdelikten – darunter sogar eine Verurteilung aus Frankreich. Mehrfach saß er im Gefängnis und aktuell stand er wegen Schwarzfahrens und Diebstahls unter laufender Bewährung. Angesichts der langen Liste der Verfehlungen brachte es Richter Heinz-Dieter Beckmann in der Verhandlung schnell auf den Punkt: „Das zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben.“

Beute im Wert von sechs Euro

Davon aber offenbar gänzlich unbeeindruckt, setzte der 56-Jährige im vergangenen Juli noch eins drauf: Obwohl ihm hätte bewusst sein müssen, dass er von der Mitarbeiterin des hiesigen Supermarktes beobachtet wurde, steckte er die Zigaretten für sechs Euro in seine Jackentasche, anstatt sie wie die anderen Einkäufe aufs Band zu legen. Nach dieser Aktion machte er die Bekanntschaft eines weiteren Ladendetektivs.

Drogenberatung aufgesucht

Vor Gericht versuchte er jetzt, seine Tat zu begründen. Immer dann, wenn er arbeitslos sei, sei da diese große Leere, und ohnehin leide er unter Depressionen. Neben den Tabletten, die er dagegen nehme, habe er zu der Zeit auch Drogen konsumiert. „Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich so neben der Spur war.“ Im Dezember sei es zur Wende gekommen: Er habe sich an die Drogenberatung gewandt, eine Entgiftung gemacht und bereite sich jetzt auf eine Langzeittherapie vor. „Es hat jetzt endlich Klick gemacht“, beteuerte der 56-Jährige und versicherte, dass nach dem Zigarettendiebstahl nichts mehr vorgefallen sei.

Das Gericht war bereit, ihm eine letzte Chance zu geben und verurteilte ihn zu 65 Tagessätzen à 20 Euro Geldstrafe. Allerdings ermahnte ihn Richter Heinz-Dieter Beckmann: „Noch mal, dann kann Ihnen keiner mehr helfen.“