Zensus-Muffeln droht Bußgeld
13.12.2011 | 15:01 Uhr 2011-12-13T15:01:00+0100
Ennepe-Ruhr. Nicht jeder, der im Rahmen des „Zensus 2011“ als Gebäude- und Wohnungseigentümer Post bekam oder zu den befragten Haushalten gehörte, scheint auskunftswillig. Denn noch fehlen zahlreiche Rückmeldungen.
Seit Start der Zählung am 9. Mai waren im Ennepe-Ruhr-Kreis rund 61 000 Gebäude- und Wohnungseigentümer vom statistischen Landesamt Information und Technik NRW (IT.NRW) angeschrieben worden. Sie sollten für die Volkszählung u. a. Auskunft über Größe und Ausstattung der Wohnungen und die Anzahl der Bewohner geben. Rund 3800 haben bis heute noch nicht geantwortet.
An diese wird IT.NRW Heranziehungsbescheide versenden und noch einmal auf die gesetzliche Verpflichtung zur Teilnahme hinweisen. Gehen die Datenauskünfte dann innerhalb von vier Wochen immer noch nicht ein, erfolgt eine Zwangsgeldfestsetzung. Für Eigentümer von bis zu drei Immobilien werden im Falle der Weigerung beispielsweise 300 Euro fällig. Womit die Auskunftspflicht selbstverständlich nicht aufgehoben ist.
Bei wem es sich um die „Verweigerer“ handelt, weiß man derzeit im Wittener Zensus-Büro nicht (Witten zählt für den Kreis).
Voraussichtlich im Februar bekommt die Wittener Erhebungsstelle dann aus Düsseldorf die Adressen jener Häuser und Wohnungen, über die die Besitzer auch in den nächsten Wochen keine Auskünfte erteilt haben. „Wir müssen dann vor Ort schauen, ob es sich zum Beispiel um ein Ein- oder Mehrfamilienhaus handelt und ob es überhaupt existiert“, erklärt Sabine Schulze, Mitarbeiterin der Wittener Erhebungsstelle. Diese Infos werden dann nach Düsseldorf geschickt. „Aber unsere Mitarbeiter werden nicht in die Häuser oder Wohnungen gehen und auch nicht prüfen, wer der Besitzer ist“, unterstreicht sie.
Seit 9. Mai hatte Witten auch die stichprobenartige Befragung von 36 000 Haushalten im EN-Kreis und für ihn übernommen. Da ging es u. a. um Fragen nach der Anzahl der Personen im Haushalt, Familien- und Ausbildungsstand.
Die Haushaltsmitglieder konnten entscheiden, ob sie sich von rund 550 so genannten Erhebungsbeauftragten vor Ort interviewen lassen, den Fragebogen daheim oder in den Erhebungsstelle im Rathaus ausfüllen oder Online antworten wollten. Hier wartet das Wittener Büro noch auf 350 bisher unbeantwortete Bögen, ein „geringer Anteil“, wie Sabine Schulze meint.
Bleiben sie jedoch abermals aus, so droht den Verweigerern dasselbe Vorgehen wie den säumigen Haus- und Wohnungseigentümern. Die vergesslichen „Sünder“ der Haushaltsstichproben sind mit 300 Euro Geldbuße dabei.
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