Zappas Musik weckt Erinnerungen der Fans in Wetter

Die Musiker der Band „The dangerous kitchen“ lassen Frank Zappas Musik auf der Bühne lebendig werden: In der Lichtburg erfüllen sie die Erwartungen der Zappa-Fans und wecken viele Erinnerungen.
Die Musiker der Band „The dangerous kitchen“ lassen Frank Zappas Musik auf der Bühne lebendig werden: In der Lichtburg erfüllen sie die Erwartungen der Zappa-Fans und wecken viele Erinnerungen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Band „The dangerous kitchen“ sorgte jetzt für volles Haus im Kulturzentrum Lichtburg. Die neun Musiker lassen Frank Zappas musikalische Spleens lebendig werden.

Wetter..  Erste Reihe, Mitte. Das ist bei jedem Konzert der Platz, an dem sich wahre Fans versammeln. Die Liebhaber, die hier stehen, haben meist mehr zu bieten als eine große Plattensammlung. Geradezu außergewöhnlich ist die Geschichte, die Roland Wagner über sein Idol Frank Zappa erzählt. Aber dazu später. Roland Wagner und seine beiden Kumpels Joachim Raidt und Edgar Hasse aus Wetter und Herdecke wollten endlich mal wieder echte handgemachte Musik erleben. „Meine erste Platte war ,Freak Out!’“, sagt Wagner. Seit Zappas letzter Tournee 1988 habe er die Songs nicht mehr live gehört. Eine echte Tribute-Band, die Zappas Stücke nachspielt, haben alle drei noch nie gesehen.

Zappamania in der Lichtburg

Die Band „The dangerous kitchen“ hat es mit gut 100 großen Erwartungen zu tun, denn so viele Zappa-Fans tummeln sich in der Lichtburg. Ein Andrang, mit dem Christian Müller-Espey, Geschäftsführer der Lichtburg, nicht gerechnet hat: „Musikalisch ist das hier heute schon speziell. Ich freu mich, dass wir Gäste haben, die das zu schätzen wissen.“ Weil die Fans nicht nur vor der Bühne stehen, sondern eben auch darauf, springt der berüchtigte Funke schnell über. Alle wollen die alten Zeiten feiern.

„The dangerous kitchen“ sind neun Musiker, die Frank Zappas musikalische Spleens lebendig werden lassen. Immer wieder durchbrechen sie ihre Gitarrensoli und Gesangsparts mit Tönen aus diversen Blasinstrumenten. Eine große Rolle in Zappas Musik übernimmt der Klang der Marimba, die Michael Koball schwitzend bearbeitet – mit vier statt zwei Schlägeln in den Händen. Eine Herausforderung, die gut geprobt sein will.

„Es gibt eben ein paar Stücke, an denen verbringt man immer ein paar Stunden mehr im Proberaum als an anderen“, kündigt Sänger Holger Auer Zappas „Zomby Woof“ an. Zappa ist nicht nur bekannt für seine provokanten und satirischen Texte, sondern auch für seine komplizierten Kompositionen. Als Mensch wie als Musiker hat er immer polarisiert. Entweder man liebte oder hasste ihn.

Bei Roland Wagner ging die Liebe sogar bis ans Taufbecken. Und hier beginnt seine Fan-Geschichte: Wagners Tochter Sallina Moon hat den gleichen außergewöhnlichen Vornamen bekommen wie Frank Zappas Tochter Moon Unit. Und diese Verbindung gibt es sogar schriftlich, denn das Standesamt wollte den Namen zuerst nicht genehmigen und forderte einen Beweis. Roland Wagner schrieb Frank Zappa also in einem Brief von seinen Problemen mit den deutschen Behörden. Dass sein Idol tatsächlich antworten würde, damit hatte er genauso wenig gerechnet wie der Standesbeamte. In dem Brief vom 1. November 1988 liefert Frank Zappa persönlich den nötigen Beweis für die Geburtsurkunde. Der Standesbeamte habe die Geschichte ziemlich lustig gefunden, erinnert sich Wagner. Und damit ist sie noch nicht auserzählt, denn dann hat Wagner Zappas Tochter auch noch zur Patentante seiner Tochter gemacht, „mehr als eine Art Gag“, meint er.

Band erfüllt Erwartungen

Bei vielen Fans kommen an diesem Abend Erinnerungen hoch, auch wenn nicht alle so außergewöhnlich sind wie die von Roland Wagner. Doch obwohl er die meisten Stücke schon tausendfach gehört hat, ist er von der Tribute-Band „The dangerous kitchen“ überzeugt: „Musik hat einfach viel mit Gefühl zu tun, und die Band ist sehr authentisch. Man merkt, dass sie alle selbst Spaß an der Sache haben, und das ist die Hauptsache.“