Zahl der Pflegebedürftigen steigt im Kreis langsam

Ennepe-Ruhr..  Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in Westfalen weiter gestiegen. Wie aus einer aktuellen Erhebung des Statistischen Landesamtes hervorgeht, lebten in der Region Ende 2013 insgesamt 261 021 pflegebedürftige Menschen – das sind 5,3 Prozent mehr als vor zwei Jahren.

EN-Kreis mit geringerem Anstieg

Im Ennepe-Ruhr-Kreis ist der Anstieg nicht ganz so deutlich. Die Zahl der Pflegebedürftigen stieg hier von 10 594 (2011) auf 10 899 in 2013, das entspricht einem Plus von 2,9 Prozent. Von den 10 899 Menschen, die pflegebedürftig sind, wurden 2474 ambulant gepflegt, 3622 erhielten vollstationäre Pflege. 4803 Menschen wurde Pflegegeld gezahlt.

Dass die Regionen unterschiedlich betroffen sind, zeigt die Statistik für den Kreis Olpe. Hier ist die Zahl der Pflegebedürftigen zwischen 2011 und 2013 um 15,4 Prozent gestiegen.

Auch landesweit sind immer mehr Menschen auf die Hilfe anderer angewiesen. So stieg die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen in NRW innerhalb von zwei Jahren um 6,1 Prozent auf 581 492 Personen. Ein Grund für diese Entwicklung ist die stetig steigende Lebenserwartung, mit der auch das Risiko der Pflegebedürftigkeit zunimmt.

Jeder Dritte in Stufe II

Unabhängig von der Versorgungsform war mehr als jeder zweite (57,2 Prozent) Pflegebedürftige in Pflegestufe I, nahezu jeder dritte (31,3 Prozent) in Pflegestufe II und etwa jeder neunte (11,5 Prozent) in Pflegestufe III eingestuft. 2064 (0,4 Prozent) Leistungsempfänger waren noch keiner Pflegestufe zugeordnet. 2013 nahmen im Schnitt 3,3 Prozent der NRW-Einwohner Leistungen im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes in Anspruch – zwei Jahre zuvor hatte die Quote noch bei 3,1 Prozent gelegen.

Pflegebedürftige Menschen, die in Heimen leben, erhalten von der gesetzlichen Pflegeversicherung höchstens 1995 Euro monatlich. Unterbringung und Versorgung kosten aber oft das Doppelte, berichtet die Verbraucherzentrale NRW. Reichen Einkommen und Vermögen nicht, um diese Lücke zu schließen, springen in der Regel die Sozialämter ein. Doch bevor die Allgemeinheit zahlt, müssen die Nachkommen ins Portemonnaie greifen. Diese müssen auch Unterhalt für ihre Eltern zahlen, wenn sie selbst noch eigene Kinder großziehen.

Was ist zumutbar?

Welche finanziellen Belastungen als zumutbar gelten und welche Vermögen unangetastet bleiben, erklärt der Ratgeber „Elternunterhalt“ der Verbraucherzentrale. Das Buch erläutert die Rechtsgrundlagen und zeigt anhand anschaulicher Beispiele, wie die Sozialhilfeträger die Leistungsfähigkeit eines Kindes prüfen.