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Beatles-Fieber noch nach...

„Yesterday“ wird nie vergehn

03.09.2010 | 16:44 Uhr
„Yesterday“ wird nie vergehn
Die "Fabelhaften Vier" spiegeln sich in einer Sonnenbrille

Wetter/Herdecke.„Wir sind bloß eine Band, die sehr, sehr groß rausgekommen ist“, hat John Lennon einmal über die Beatles gesagt. Doch auch fünfzig Jahre nach ihrer Gründung ist die britische Pop-Gruppe für Fans aus aller Welt noch viel mehr als das. „Sie sind die Vermittler zwischen Bach und Elvis“, meint etwa der Fachbereichsleiter in Sachen Kultur in Wetter, Dietrich Thier. Wir haben ihn – und andere Musikinteressierte aus Herdecke und Wetter – nach ihren ganz persönlichen Beatles-Erinnerungen gefragt.

„Es war an einem Samstag, und ich saß gerade in der Badewanne“, erinnert sich Dietrich Thier. „Plötzlich kam mein Vater ins Badezimmer und erzählte von einem Jungen, der vor unserer Tür stünde und nur ein einziges Wort zu ihm gesagt habe: ,Platte’. Ich hatte mir meine erste Beatles-Platte nämlich von einem Klassenkameraden geliehen – und die wollte er anscheinend wiederhaben.“

Für den Fachbereichsleiter für Schule, Sport und Kultur sind Beatles-Lieder keine einfachen Rocksongs mehr, sondern Klassiker. „Für die Silberhochzeit meiner Eltern habe ich ,Yesterday’ für ein Streichquartett umgeschrieben“, verrät Thier. „Und im Jahr 1968 habe ich mich zu Karneval sogar als John Lennon verkleidet.“

Simone Stiers hat mit den Beatles hingegen lediglich als aktive Musikerin zu tun. „Sie waren maßgebend und bahnbrechend, und man kommt einfach nicht an ihnen vorbei. Allerdings bin ich eher Anwenderin, nicht Fan.“ Die Volmarsteinerin erinnert sich an einen Auftritt mit einer Band, die viele Beatlessongs im Repertoire hatte. „Es kam mir manchmal so vor, als lägen Welten zwischen uns“, meint sie.

Für Ulrike Dittmar-Dretzler bestand die Musikwelt allerdings schon immer zu großen Teilen aus den Beatles. „Ich habe mir das Album Abbey Road als Elfjährige am Picadilly Circus in London gekauft“, erinnert sich die Leiterin der Musikschule Herdecke. Kennen gelernt hat sie die Band allerdings schon viel früher. „Ich war sechs Jahre alt und hatte eine 18-jährige Freundin, die den Beatles-Starschnitt aus der Bravo an ihrer Wand hängen hatte. Damit hat es angefangen.“

Erst im Frühjahr dieses Jahres hatte Ulrike Dittmar-Dretzler auch musikalisch mit den Pilzköpfen John, Paul, George und Ringo zu tun: „Wir haben zwei Konzerte mit der offiziellen Beatles-Revival-Band gespielt, die zusammen mit einem kleinen klassischen Orchester aufgetreten ist. Neben älteren Fans waren insbesondere auch Jugendliche unter den Zuschauern.“

Dass die Musik der Beatles gerade beim jungen Publikum großen Zuspruch findet, beweist auch Tim Hensel aus Esborn. „Die Beatles sind die einflussreichste Band des 20. Jahrhunderts“, meint der 24-Jährige. „Und zwar nicht nur für Rockmusik, sondern Genre-übergreifend.“

Kennen gelernt hat der Student die Beatles durch das Radio. „Mit 17 oder 18 habe ich dann angefangen, sie intensiver zu hören. Meine Eltern hatten das Album ,1’ – mit allen Nummer Eins Hits – im Regal.“ Mittlerweile gefallen ihm aber die experimentelleren und politischeren Beatles- Songs besser. „Mein Lieblings-Beatle ist definitiv John Lennon“, verrät der Musikfan. „Er ist das kreative Gehirn der Band.“

So eindeutig kann Klaus Weißbach, Sänger und Gitarrist der Band „Klaro unplugged“, diese Frage nicht beantworten. „Als Gitarrist mag ich George Harrison, als Sänger Paul McCartney – und als Revoluzzer John Lennon“, so der Herdecker. „Nur mit dem Clown Ringo konnte ich nie wirklich etwas anfangen. Noch heute erinnert sich Klaus Weißbach an seine erste Beatles-Platte. „Es war die Yellow-Submarine-Single mit Eleanor Rigby auf der B-Seite. Das war der Einstieg in die Droge Beatles.“

In eine Droge, der bis heute noch Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verfallen sind – auch, wenn es nicht allzu einfach scheint, den Mythos Beatles zu erklären.

Oder, wie Paul McCartney es einmal ausdrückt hat: „Es gab ohnehin nur vier Menschen auf der Welt, die wussten, worum es bei den Beatles eigentlich ging.“

Christian Papesch

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