Wie Schulen Sprachprobleme der Flüchtlinge lösen können

Sprachunterricht an der Realschule Herdecke: Durch eine private Spende kann der Sprachunterricht für Flüchtlingskinder fortgeführt werden.
Sprachunterricht an der Realschule Herdecke: Durch eine private Spende kann der Sprachunterricht für Flüchtlingskinder fortgeführt werden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Diskussionsrunde in der Bonnermann-Schule: Politiker, Schulleiter und der VCS besprechen am Donnerstag die Sprachprobleme von Flüchtlingen.

Herdecke..  Was sich im vergangenen Jahr abspielte, wird sich wohl auch 2015 fortsetzen: Durch immer mehr Zuwanderer kommen zunehmend Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse nach Herdecke. Das stellt vor allem Schulen vor Probleme, da ihnen Ansprechpartner zur Besserung der Situation fehlen. Zumal sich die Stadt Herdecke dafür nicht zuständig erklärte, wie der Arbeitskreis „Sprachförderung für zugewanderte Kinder und Jugendliche an Herdecker Schulen“ mitteilte.

Wer aber soll die Kinder und Jugendlichen in ihrer Sprache begrüßen und informieren? Wer soll ihre sprachliche und soziale Integration organisieren? „Wir waren praktisch auf uns allein gestellt“, sagt Hubertus Schmalor, Leiter der Herdecker Realschule. Durch die Initiative von Schulen, dem Verein für christliche Sozialarbeit (VCS) und einzelnen Politikern konnten demnach Mittel eingeworben werden, um kurzfristige Unterstützung zu gewährleisten.

An diesem Donnerstag, 22. Januar, soll all dies mit einem Blick auf die Flüchtlingspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen diskutiert werden. Ab 19.30 Uhr können in der Aula der Robert-Bonnermann-Grundschule in der Bahnhofstraße 7 bis zu 150 Interessierte den Meinungsaustausch von vier Teilnehmern verfolgen. Rede und Antwort stehen der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Stotko, seine Kollegin Monika Düker von den Grünen, Hubertus Schmalor und VCS-Vorsitzende Barbara Degenhardt-Schumacher.

Arbeitskreis ist Veranstalter

Den Abend moderiert Susanne Schlenga, Leiterin der Lokalredaktion Wetter/Herdecke. Der Eintritt ist frei, Fragen können gestellt werden. Veranstalter ist der Arbeitskreis „Sprachförderung für zugewanderte Kinder und Jugendliche an Herdecker Schulen“ mit Mitgliedern aus Schulleitungen, Schulamt, DAF-/DAZ-Lehrerinnen und Parteien im Rat.

Dieser Arbeitskreis unter der Federführung der Herdecker Schulen sei auch gesellschaftlich notwendig, wie Andreas Disselnkötter von den Herdecker Grünen meint: „Oftmals bleiben die Flüchtlinge bei uns. Umso wichtiger ist es, diese Zuwanderergruppe zu unterstützen. Ohne eine Vermittlung deutscher Sprachkenntnisse und beruflicher Qualifikationen haben sie auf dem Arbeitsmarkt keine Chance und finden keinen Zugang zur Gesellschaft.“

Der Arbeitskreis habe demnach im November beschlossen, die Landesregierung danach zu fragen, wie sie die sprachliche und soziale Integration dieser Kinder und Jugendlichen sicher stellen wolle. Insbesondere kleinere Kommunen wie Herdecke können keine eigenen Integrations- oder Auffangklassen bilden. Die Kinder seien im ganzen Stadtgebiet und auf verschiedene Klassenstufen verteilt. Was zu der Frage führe, welche Unterstützungsmaßnahmen das Land NRW plane.