Wetteraner sorgen sich um Verkehrsfluss

Thomas Raithel (hinten stehend) von Straßen.NRW und Baufachbereichsleiter Manfred Sell (rechts) im Gespräch mit Bürgern.
Thomas Raithel (hinten stehend) von Straßen.NRW und Baufachbereichsleiter Manfred Sell (rechts) im Gespräch mit Bürgern.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ab 6. Juli wird die Obergrabenbrücke für den Verkehr gesperrt. Ab Anfang September dürfen auch Wassersportler für zwei Monate nicht queren.

Wetter..  Den 6. Juli sollten sich Autofahrer im Kalender rot anstreichen; denn ab diesem (Mon-)Tag wird die Obergrabenbücke definitiv für den Verkehr gesperrt. Der Weg nach Hagen führt dann für mindestens eineinhalb Jahre entweder über Herdecke oder auf der anderen Ruhrseite über die Hagener Straße Richtung Vorhalle. Aktuelle Fakten, Zahlen und Daten rund um Abriss und Neubau der Obergrabenbrücke gab es Donnerstag beim Infoabend im Bürgerhaus vom Landesbetrieb Straßen. NRW und der Stadt Wetter.

Thomas Raithel, Projektleiter Bau von Straßen NRW, gab Erläuterungen zu den verschiedenen Bauphasen, die bereits mit der Sondierung des Gewässergrundes begonnen haben und mit dem Abriss der bestehenden Brücke fortgesetzt werden. Vorweg erklärte er, dass während der Bauarbeiten der Obergraben immer mit Wasser gefüllt bleiben wird – anders als nach dem Krieg, als der Flussabschnitt eigens für den Brückenbau trockengelegt wurde. Während der aktuellen Bauarbeiten werde aus ökologischen Gründen und um den Betrieb des Wasserkraftwerks aufrecht zu halten, der Durchfluss gewährleistet, so Raithel.

Zurück zur Vollsperrung, die ab 6. Juli zwar für Autos, nicht aber für Fußgänger bzw. Radfahrer gilt. Sie können die Brücke noch so lange nutzen, bis die Behelfsbrücke auf den Pfeilern der benachbarten Eisenbahnbrücke errichtet ist..

Aktuell müsse aber erst einmal der komplette Untergrund abgesucht und geräumt werden, so Thomas Raithel. „Der Untergrund ist für uns wie eine Black Box. Wir suchen nach Kampfmitteln, um böse Überraschungen zu vermeiden. Dazu haben wir den Obergraben in Felder eingeteilt, von denen jedes einzeln abgesucht wird. Weil wir direkt im ersten Feld Granaten gefunden haben, müssen wir umso sorgfältiger alles absuchen.“ Aber, so erklärte Raithel weiter, eine exakte Sondierung funktioniere nur, wenn keine anderen metallischen Teile auf dem Gewässergrund liegen. „Wir haben aber schon ganz viel Schrott gefunden, ebenso wie Reste der alten Brücke. Das muss alles raus.“ Deswegen werde nun ein zweiter Ponton errichtet, auf dem Container und Bergungsbagger Platz finden. Kräne werden unter anderem die großen Betonbrocken hochheben und zum Abtransport in die Container laden.

Freie Fahrt für Rettungsboote

Neuigkeiten hatte Thomas Raithel für Wassersportler mitgebracht: „Wir sind zunächst davon ausgegangen, dass der Obergraben schiffbar bleibt. Das ist aber nicht so.“ Während Kanuten und Ruderer zunächst noch entlang des Ufers auf Hagener Seite freie Fahrt haben, wird auch dieser Bereich für die Kampfmittelsondierung ab September für zwei Monate gesperrt. „Danach werden die Arbeiten auf die Ostseite verlagert, und der westliche Bereich wird für Wassersportler ab Anfang nächsten Jahres wieder frei sein“, so Raithel. Auf Nachfrage von Markus Kangowski von der DLRG versicherte Raithel, dass Wasserrettungsboote in Notfällen immer queren könnten. Das gelte auch für die Wartungsboote des Ruhrverbandes.

In der Fragerunde wurde deutlich, dass sich die Bürger Sorgen wegen der veränderten Verkehrsflüsse machen. Raithel erklärte, dass bei Ottensmann in Vorhalle eine eigens installierte Baustellenampel für den Verkehrsfluss sorge. Christiane Müller bat darum, die Ampelschaltung an der neuen Ruhrbrücke im Auge zu behalten, die in der Vergangenheit längere Zeit Probleme bereitet hatte. Doris Hülshoff bekräftigte dies; denn erschwerend zur Umleitung in Wetter komme hinzu, dass ab Juli auch die Verbindung zwischen Witten und Bommern wegen einer Baumaßnahme gekappt werde.