Wetteraner bereitet sich auf ehrenamtliche Arbeit im Irak vor

Florin Wirth geht für fünf Wochen nach Erbil in Kurdistan.
Florin Wirth geht für fünf Wochen nach Erbil in Kurdistan.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Florin Wirth ist Zugführer beim THW in Wetter und folgt einem Aufruf der Leitung in Bonn. Für ihn geht es in den Irak. Dort wird er sich um die Personalverwaltung kümmern.

Wetter..  Nach dem Umweltingenieur Thomas Kramps wird nun ein weiterer Wetteraner für das Technische Hilfswerk in den Irak gehen: Florin Wirth, Zugführer des THW Wetter, fliegt am 4. Juni für knappe fünf Wochen nach Erbil, in die Hauptstadt Kurdistans.

Der 27-Jährige ist selbstständiger Finanzberater und wird sich dort als sogenannter „Administrator Staff Support“ um die Personalverwaltung kümmern. Er folgt damit einem Aufruf der THW-Leitung in Bonn, die eine Schwangerschaftsvertretung für den Irak-Einsatz suchte. Momentan bereitet sich der Wetteraner intensiv auf seine ehrenamtliche Aufgabe vor.

„Letzten Dienstag war ich für eine Sicherheitseinweisung beim Bundeskriminalamt in Berlin. Dort gab es Informationen über die Lage vor Ort, über militärische Operationen. Zur Zeit ist es relativ ruhig dort, auch das Anschlagsrisiko ist nicht hoch“, berichtet Florin Wirth. Die Kämpfer des Islamischen Staates würden sich etwa 40 Kilometer von Erbil entfernt in der Stadt Mossul aufhalten, seien aber derzeit ziemlich geschwächt, nachdem die kurdischen Kämpfer mit deutschen Waffen versorgt worden seien. „Das THW betreut seit 2013 mehrere Flüchtlingslager im Irak.

Unsere Aufgabe ist es, dort eine richtige Infrastruktur aufzubauen, sie zu erweitern und instandzuhalten. Deswegen sind permanent sieben Einsatzkräfte des THW in Erbil, von denen nicht alle ehrenamtlich arbeiten“, weiß der 27-Jährige. Das THW heuert vor Ort aus den Reihen der Flüchtlinge Arbeitskräfte an, leitet sie etwa beim Bau von Sanitäranlagen an und entlohnt sie auch.

„Ich werde dort in einem Gebäude sitzen, in dem auch das Goethe-Institut untergebracht ist. Personalfragen und Verwaltungsarbeiten fallen in meine Zuständigkeit“, so der 27-Jährige. Wenn er Anfang Juni in Erbil landen wird, liegt die Durchschnittstemperatur bei etwa 39 Grad.

„Und eine Woche nach meiner Ankunft beginnt der Ramadan. Das bedeutet, dass die Arbeitszeiten der Muslime mit einer langen Mittagspause versehen und etwas anders eingeteilt werden. Auch ein Großteil des öffentlichen Lebens wird erlahmen“, weiß Florin Wirth.

Neugierig auf die Stadt

Das Fastenbrechen, mit dem der Ramadan traditionell beendet wird, wird er allerdings nicht mehr mitbekommen.

„Ich bin noch nie im Nahen Osten gewesen und möchte während meines Einsatzes nicht nur helfen, sondern auch die Region kennenlernen. Ich habe schon viel Positives über die Menschen und auch die Landschaft dort gehört“, so der Wetteraner. Neugierig ist er auch auf die Stadt Erbil und ihre riesige Zitadelle, die zum Weltkulturerbe zählt.

Dann hält Florin Wirth kurz inne, schmunzelt und meint: „Auch die kurdische Küche soll toll sein. Ich bin mal gespannt.“