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Lektor Morgan Rigot bringt den Fünftklässlern erste Wörter auf Franzöisch bei
Lektor Morgan Rigot bringt den Fünftklässlern erste Wörter auf Franzöisch bei
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit dem Besuch des France-Mobils haben die Fünftklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Wetter einen ersten Einblick in die französische Sprache erhalten.

Wetter..  „Je m’apelle Morgan“, sagt der junge Franzose und tippt mit dem Finger auf seine Brust. Schnell begreifen die Fünftklässler: „Aha, er heißt Morgan“, und genau so schnell melden sie sich, um sich dem Gast vorzustellen – auf Französisch. Obwohl die meisten nie zuvor ein Wort in dieser Sprache gesprochen haben.

Morgan Ringot ist Lektor beim France Mobil des Institut Français, mit dem er gestern Station im Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) machte. Und während er mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 5c ein Sprach-Memory spielt, erklärt Französisch-Lehrerin Martina Roeder Sinn und Zweck der Veranstaltung: „Mit Englisch haben die Kinder auch im Alltag zu tun, durch Filme und Musik. Sie begegnen der Sprache schon in der Grundschule. Bei Französisch ist das anders, es gilt als schwierig und als Lernsprache mit viel Grammatik. Mit dem France Mobil erleben die Kinder eine ungezwungene Begegnung mit der fremden Sprache. Die Imitation fällt den Kindern leichter, und sie haben keine Hemmungen, Fehler zu machen.“ Da es dieses Angebot des Institut Français in Düsseldorf gebe, müsse man es auch nutzen. Zumal der Gast auch noch ins Haus bzw. in die Schule komme. Der hat derweil seine Memory-Karten mit deutsch-französischen Paaren auf dem Boden verteilt: Und siehe da, ein Schüler findet schnell das deutsche Pendant zu dem französischen Fußballer Franck Ribéry: Mario Gómez. Zur deutschen Brezel passt das französische Croissant, zur U-Bahn die Métro. Finger schnacken in die Luft, die Fünftklässler rufen „Moi, moi“ („Ich“, ich“), weil sie auch ein Memory-Pärchen aufdecken wollen.

Spiel- und Lernstunde

Martina Roeder beobachtet die Kinder und registriert ihre Begeisterung: „Die schnappen in dieser Altersgruppe die Worte so schnell auf. Und sie merken jetzt, dass es einige Wörter gibt, die sie schon kennen, etwa Bonbon. Es ist ein Vorteil, wenn man früh anfängt.“ Was die ungezwungene Spiel- und Lernstunde mit Morgan Ringot beweist.

Ein überdimensionaler Würfel hilft ihm, den Kindern die Zahlen von eins bis sechs auf Französisch zu erklären. Der Würfel geht reihum, die Kinder dürfen ihn auf den Boden werfen und rufen dann: „Deux“ („Zwei“). Damit sie auch gleich einen Eindruck von der nasalen Aussprache einiger französischer Wörter gewinnen, hält sich Morgan Ringot jedes Mal die Nase zu, wenn er auf die 5 zeigt und sagt: „Cinq“. Weil alle Flächen des Würfels eine andere Farbe haben, schließt er gleich noch eine kleine Farbenlehre an.

Natürlich erklärt er den Fünftklässlern auch, warum er eine ganze Schulstunde lang mit ihnen Französisch spielt und spricht: „Wir versuchen, Schüler zu motivieren, diese Sprache zu lernen. Wollt ihr alle Französisch lernen?“ „Jaaaaa“ brüllen ihm die Kinder entgegen. Ziel in der 5c erreicht! Aber noch etwas treibt den Lektor an: „In Europa ist die Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich sehr wichtig, sie sind wichtige Partner füreinander. Deswegen ist es wichtig, dass die jüngere Generation immer mehr zusammen arbeitet.“