Werbegemeinschaft hat turbulente Zeit vor Genießertagen

So bunt sieht es bei den Genießertagen aus. Bei der Organisation für die diesjährige Veranstaltung musste die Werbegemeinschaft in der letzten Woche kurzfristig umdisponieren.
So bunt sieht es bei den Genießertagen aus. Bei der Organisation für die diesjährige Veranstaltung musste die Werbegemeinschaft in der letzten Woche kurzfristig umdisponieren.
Foto: Stadt Herdecke
Was wir bereits wissen
20 Anbieter sagten ihre Teilnahme an den Genießertagen am Wochenende in Herdeckes Innenstadt zu. Die Werbegemeinschaft musste ordentlich improvisieren.

Herdecke..  Am Freitag teilte die Werbegemeinschaft Herdecke mit, was bei den Genießertagen am 20. und 21. Juni geplant ist. Dabei lagen anstrengende Tage hinter dem Zusammenschluss, da die mit der Organisation beauftragte Agentur aus Düsseldorf den Verein auf der Zielgeraden im Stich ließ, wie die stellvertretende Vorsitzende Marion Ambrosius-Schumacher berichtet.

Zwei der drei jährlichen Veranstaltungen der Werbegemeinschaft plant eine Agentur aus Recklinghausen. Diese könne aber neben dem Frühlings- und Herbstfest nicht auch noch die Sommeraktion stemmen, „da zu diesem Zeitpunkt viele Feste in zahlreichen Städten anstehen“, so Ambrosius-Schumacher. Als eine Bewerbung aus Düsseldorf zur Durchführung der Genießertage, die seit 2011 so heißen, eintraf, willigte der Herdecker Verbund der Einzelhändler ein, zumal der Anbieter vor allem Trödelmärkte erfolgreich organisiert hatte.

Viele Ideen präsentiert

„Es ist normal, dass sich Agenturen bewerben“, ergänzt Osita Uchegbu vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus, der zugleich Geschäftsführer bei der Werbegemeinschaft ist. „In vielen intensiven Gesprächen präsentierten die Düsseldorfer uns zahlreiche Ideen“, erinnert sich Ambrosius-Schumacher.

Leise Zweifel kamen erst auf, als vier Wochen vor dem Termin noch keine konkreten Angaben zur Veranstaltung für das Ordnungsamt zwecks Sicherheitsfragen vorlagen. Auf Nachfrage hieß es, dass bisher zwölf Teilnehmer für die Genießertage zugesagt hätten und weitere im Gespräch seien, wobei die Werbegemeinschaft mit 40 bis 60 Anbietern rechnete.

Dementsprechend vertröstet, erkundigte sich der Herdecker Verein in der vergangenen Woche erneut nach dem Stand der Dinge. Ergebnis: sieben Zusagen und viele offene Fragen. Für die Werbegemeinschaft höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen und die Zusammenarbeit mit der Agentur zu beenden. „Wir haben dann bei der Verwaltungsspitze um Unterstützung angefragt, die uns über das Organisations-Team der Maiwoche zugesagt wurde“, so Ambrosius-Schumacher. Auch das Ordnungsamt signalisierte ein entsprechendes Entgegenkommen. Eine Absage stand nicht zur Debatte, da die Genießertage längst im Veranstaltungskalender stehen und in jedem Falle viele (zuvorderst Auswärtige) zum verkaufsoffenen Sonntag kämen.

Die Krisenstimmung schien überwunden, als nach zahlreichen Telefonaten und vielen E-Mails in kurzer Zeit 20 Teilnehmer für dieses Wochenende feststanden. Ab zwölf Anbietern ist eine solche Veranstaltung genehmigungsfähig. Vielleicht kommen noch einige hinzu, da die Bemühungen weiter laufen und laut Uchegbu erfahrungsgemäß kurz vor Toreschluss weitere zusagen. „Dennoch bitten wir die Besucher um Verständnis, dass wir vielleicht nicht die gewohnten Standards früherer Genießertage halten können“, meint die Vize-Vorsitzende der Werbegemeinschaft.

Unterstützung in der Not

Welche Lehren sie daraus zieht, kann Marion Ambrosius-Schumacher angesichts ihres vollen Terminplans noch nicht beantworten. Sie verweist zunächst auf das ehrenamtliche Engagement in dieser Sache und richtet ein großes Dankeschön an die Stadt angesichts der Unterstützung. „Die Hilfe spiegelt auch die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit wider.“ Einschränkend ergänzt Osita Uchegbu, dass die Bemühung der Verwaltung eine absolute Ausnahme in der Notsituation sei. „In dem Ausmaß habe ich so etwas noch nicht erlebt.“