Wenig Geld und große Wirkung in den Schulen

Praktikant Jonas Engelhardt wartet die Lapotops der Realschule.
Praktikant Jonas Engelhardt wartet die Lapotops der Realschule.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Schulen in Herdecke sind mit neuer Informationstechnik „gut versorgt“, auch wenn Bernd Große-Ruyken von der Stadt noch Wünsche hat.

Herdecke..  Für Bernd Große-Ruyken ist die Ausstattung der Schulen mit neuer Technik „eine Herzensangelegenheit“. Von seinen beiden Söhnen weiß er, wie sehr diese bereits im digitalen Zeitalter angekommen sind. Auch in der Schule. Und er selbst hat auch früh Gefallen gefunden an all den neuen Möglichkeiten, mit ganz entfernt lebenden Menschen am PC zu spielen oder am Rechner sein Wissen zu erweitern. Und dann ist Große-Ruyken schließlich bei der Stadt Herdecke für die Computer-Betreuung der Schulen zuständig.

Computer, das steht hier stellvertretend für immer neue Trends beim Einsatz der digitalen Technik im Klassenzimmer. Klar gibt es noch Computerklassen, aber dort sind klassische Personal-Computer auf dem Rückzug, weil sich tragbare Computer als hilfreicher erwiesen haben. Und auch digitale Tafeln, die mit dem Internet verknüpft sein können und wie ein großer Smartphone-Bildschirm funktionieren, bei dem sich Elemente über die Leinwand ziehen lassen, sind nicht das Ende der Entwicklung. Viele Lehrer träumen zur Zeit von Tabletklassen. Das heißt, sie hätten für ihre Schule gerne einen Klassensatz Tablets, die dann ohne große Akkuprobleme und äußerst vielseitig für Recherchen und Aufgaben am besten in jedem Raum einsetzbar sind.

Vor dem Seitenaufruf im Erdkundeunterricht oder bei mathematischen Kurvendiskussionen oder Deutschtexten, die von der ganzen Klasse fortgeschrieben werden können, steht erst einmal der Kauf. Und da sind die Kapazitäten begrenzt, sehr begrenzt, wie Bernd Große-Ruyken und seine Chefin Jessica Rausch von der städtischen EDV-Abteilung immer wieder zu spüren bekommen. Fast 700 000 Euro konnten sie zwischen 2002 und 2015 für Geräte und Programme ausgeben. Das klingt nach viel, sieht aufs Jahr runtergerechnet aber schon wieder überschaubar aus. Bei 50 000 Euro lag der jährliche Ansatz, im letzten Jahr wurde er auf 45 000 Euro reduziert, dieses Jahr noch einmal auf 40 000 Euro gestutzt. Allerdings sind auch zwei Schulen geschlossen worden.

Das digitale Zeitalter ist schnelllebig

Auf die Schulen umgerechnet hat sich die Finanzausstattung für moderne Unterrichtstechnik also weder verschlechtert noch verbessert. Auf die Schule wird in Herdecke aber gar nicht umgerechnet. Gerade weil die Mittel beschränkt sind, „wird da geholfen, wo etwas gebraucht wird“, erklärt Jessica Rausch das Prinzip. In einem Jahr wird für die eine Schule größer angeschafft, im nächsten Jahr für eine andere. Unter dem Strich fahren damit aber alle besser als bei einer Aufsplittung nach Schüleranteil.

Was haben die Schulen dafür bisher bekommen? Alle Herdecker Grundschulen verfügen über Medienecken mit zwei Rechnern. Realschule und Gymnasium sind mit Computerräumen ausgestattet. Jeder Computerraum hat 15 Rechner, einen Beamer und einen Drucker. Jede Schule kann an mindestens einer aktiven Tafel auf Lernprogramme zurückgreifen. Alle Schulen haben Netbooks und Beamer, die auch mal mit in die Klassenräume genommen werden können.

Doch längst nicht nur in diese Gerätschaften ist in den letzten Jahren viel Geld geflossen. Ohne Programme sind sie wertlos, ohne Virenschutz gefährdet, ohne einen regelmäßigen Austausch schnell hoffnungslos veraltet. Das digitalen Zeitalter ist schnelllebig. Das macht es für die EDV-Abteilung der Stadt schwer, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Auch auf die Lehrer kommen immer neue Herausforderungen zu, „zumal Informationstechnik nicht zur Ausbildung gehört“, wie Bernd Große-Ruyken weiß. Also zwackt er auch noch etwas für Weiterbildung der Lehrer ab.

Insgesamt sieht er bei allen Beschränkungen die Herdecker Schulen gut versorgt. Mit etwas mehr finanzieller Unterstützung würde er allerdings auch „gerne noch eins drausetzen.“ Für vergoldete Tastaturen wäre das nicht. Höchstens für die Chance, auch künftig den Anschluss zu halten.