Wasser marsch am restaurierten Sackträgerbrunnen

Applaus für den restaurierten Sackträgerbrunnen: Dank der Bemühungen des Heimat- und Verkehrsvereins sowie der Spendenbereitschaft einiger Bürger bzw. Vereine fließt wieder Wasser an einem der Wahrzeichen in Herdecke.
Applaus für den restaurierten Sackträgerbrunnen: Dank der Bemühungen des Heimat- und Verkehrsvereins sowie der Spendenbereitschaft einiger Bürger bzw. Vereine fließt wieder Wasser an einem der Wahrzeichen in Herdecke.
Foto: Steffen Gerber
Was wir bereits wissen
Sanierung abgeschlossen: Der Herdecker Heimat- und Verkehrsverein feierte gestern mit Gästen die Inbetriebnahme des Sackträgerbrunnens.

Herdecke..  Eine feucht-fröhliche Angelegenheit: Wasser marsch hieß es am Freitagnachmittag, als der Herdecker Heimat- und Verkehrsverein den Sackträgerbrunnen in der unteren Hauptstraße nach wochenlangen Sanierungsarbeiten wieder in Betrieb nehmen konnte. Während Sackträger Josef „Jupp“ Urbatzka die Leitung im Boden aufdrehte, konnten sich einige Dutzend Gäste mit einem Schlückchen Schnaps stärken, ehe es auch noch Häppchen vom Café Kornspeicher gab.

Ein bisschen nervös war Christian Münch. Der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins blickte etwas sorgenvoll auf eines der Herdecker Wahrzeichen, ob nach der Restaurierung aus den Hähnen tatsächlich Wasser kommen würde. „Es gab keinen Probelauf, und am Frederuna-Brunnen lief das vor einigen Jahren nicht gerade rund.“ Die Zweifel sollten sich schnell zerstreuen. Neuerdings fließt nun Trinkwasser in das frisch gestrichene Becken, das ein Maler in sandsteinfarbigem Gelb kurz zuvor am Donnerstag fertig gestalten konnte.

„Insgesamt haben wir Glück gehabt, die Schäden hielten sich in Grenzen“, berichtete Münch. Nach der Reinigung mit Trockeneis machte sich ein Maurer ans Werk, nahm die Deckplatten ab, erneuerte die Fugen, befestigte die Steine und setzte am Sockel härtere Materialien als zuvor ein. All das dauerte eineinhalb Tage länger als gedacht.

„Wir wollten so wenig wie möglich an dem historischen Brunnen verändern und nur das erneuern, was aufgrund von Altersschäden oder Defekten nicht mehr zu gebrauchen war. Das ist uns recht gut gelungen“, sagte der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins.

Fachleute am Werk

Der hatte die „Frischzellenkur“ am Sackträgerbrunnen mit Fachleuten koordiniert und profitierte etwa von Hinweisen des Freilichtmuseums Hagen. All dies blieb auch finanziell weitgehend im Rahmen. Dank vieler Spenden – Münch erwähnte dabei die anwesenden Paula Habig und Horst Löffler sowie den Lions-Club – können demnach alle Handwerker mit ihrer Bezahlung rechnen. Insgesamt kostete die Restaurierung ungefähr 10 000 Euro, für die der Verein seit der Jubiläumsfeier der Stadt Herdecke im Mai 2014 geworben hatte. Geld komme auch aus den eigenen Reihen, sagte der Vorsitzende.

In Absprache mit dem Dortmunder Energie- und Wasserversorger (DEW21) fließt nun wieder bis Oktober und dann nach der Winterpause ab März 2016 Wasser am Sackträgerbrunnen. Die Baustelle in der unteren Hauptstraße bot den willkommenen Anlass zur Sanierung, deren Abschluss sich gestern auch Parteien-Vertreter, Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster und Stiftsdame Elke Bojarra anschauten. Und mit den anderen Besuchern kursierte dann der Spruch, das sich die Stadt durch das fließende Wasser an diesem historisch besonderen Ort ja als Kurort „Bad Herdecke“ bewerben könnte. Da musste auch der Urbatzka lachen, der zuvor noch den Sackträgerlauf gestartet hatte und gestern als Repräsentant gut zu tun hatte.