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Von vier Schülern im Mädchenzimmer

12.02.2010 | 15:54 Uhr

Auf den ersten Blick sah das Anfang dieser Woche wie Lehrer-Willkür aus: Da waren doch auf der Skifreizeit der Jahrgangsstufe 10 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums vier Jungen im Zimmer von vier Mädchen erwischt worden.

Und das etwa eine Stunde nach der vereinbarten Zeit zur Bettruhe um 22 Uhr. Die Schulleitung reragierte prompt, wertete den Vorfall als „massiven Regelverstoß” und schickte die 15- bis 16-Jährigen nach Absprache mit ihren Eltern im Großraumtaxi von Italien nach Hause. Kostenpunkt pro Schüler: 175 Euro.

Ein empörter Elternteil meldete sich bei unserer Zeitung und fragte: „Sind die Lehrer nicht mehr in der Lage abzuwägen, wann ein Regelverstoß mit einer frühzeitigen Heimfahrt enden muss?”

Ich meine: Die Frage geht am Kern des Vorfalls vorbei. Eltern und Schüler sind nämlich im Vorfeld der Skifreizeit anhand von exemplarischen Beispielen informiert worden, welcher Regelverstoß welche Sanktion nach sich zieht. Und darüber gibt es eine Vereinbarung, so die Schulleitung, die von allen Beteiligten unterschrieben wurde.

Ob und was im Mädchenzimmer passiert ist, muss an dieser Stelle nicht näher erörtert werden. Festzuhalten ist allerdings, dass ein massier Regelverstoß vorliegt. Daran im Nachhinein herumzunörgeln, macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil: Wer hier seinen Kindern noch den Rücken stärkt, nimmt fahrlässig in Kauf, dass der Eindruck sich festsetzt, Regeln könnten nach Gutdünken aufgeweicht oder im Eigeninteresse interpretiert werden.

Keiner, bemerkt ein anderer Elternteil in einem Brief an die Redaktion an, sei doch zu dieser Skifreizeit gezwungen worden, und fragt: „Könnte es etwa sein, dass die Regeln nur zum Schein akzeptiert wurden, um sie dann nach Lust und Laune zu missachten, so wie man es zuhause auch gewohnt ist?”

Immerhin, so heißt es weiter, würde die große Mehrheit der Schüler die Regeln akzeptieren und so zum Gelingen einer Klassenfahrt beitragen. Und damit Klassenfahrten auch weiter durchgeführt werden, steht am Ende ein Appell an die Lehrer: „Lassen Sie es nicht zu, dass eine Minorität zum Entscheidungsträger wird.”

Es ist ganz einfach: Der Schiedsrichter hat gepfiffen - Elfmeter! Und da steht gar nichts zur Disposition.

Roland Müller

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