Von Aufgewärmtem, von einer Mensa und einer Koalition
19.02.2010 | 16:08 Uhr 2010-02-19T16:08:00+0100Manches muss ja aufgewärmt werden, damit es richtig gut schmeckt. Eine Erbsensuppe zum Beispiel, die immer wieder gerne in einer Mensa auf den Tisch kommt. Bei der Mensa-Entscheidung in Herdecke gibt es auch einiges aufzuwärmen - appetitlicher wird die Angelegenheit deswegen nicht.
326 000 Euro lässt sich die Stadt dieses notwendige Angebot für Gymnasium und Realschule (Fertigstellung Ende des Jahres) kosten. In der Nachbarstadt Wetter fielen die Entscheidungen etwas zügiger: Die Mensa für die Realschule wurde schon im August letzten Jahres, die fürs Gymnasium in dieser Woche eröffnet. Wetter bekam das vergleichsweise preiswert hin und muss nach Abzug aller Zuschüsse einen Eigenanteil von rund 91 000 Euro aufbringen - für zwei Mensen!
Sicher, Herdecke baut in Fertigbauteilen eine vollkommen neue Mensa, die Nachbarn in Wetter ließen sich hingegen kreative (und sparsame) Varianten in den Schulgebäuden selbst einfallen. Da hätten die in Herdecke verantwortlichen Fachausschüsse mal in wettersche Töpfe schauen sollen. So aber bleibt nach einem nicht durchdachten Beschluss nur Magengrimmen.
Ausgesprochen behäbig hingegen agierte die wettersche Verwaltung in der Behandlung des Bahnhofs Wengern-Ost. Schon im Oktober letzten Jahres (!) machte die Deutsche Bahn AG auf den für Fahrgäste nicht mehr sicheren Bahnsteig aufmerksam und kündigte an, einen Halt des Museumszuges nicht mehr zu genehmigen. Im Spiel um Kosten und Sanierung sind hier einige Akteure am Zuge, doch über den drohenden Verlust einer touristischen Attraktion informierte die Stadt erst vor einer Woche. Etwas mehr und rechtzeitige Öffentlichkeit hätten dem Bahnsteig und dem Museumszug jedoch nicht geschadet. Schon im April beginnt die Saison, doch die Stadt bequemt sich erst jetzt zu einem Lamento. Wer, bitte schön, soll sich denn für eine Sache einsetzen, wenn der Zug schon längst abgefahren ist?
Auf vollkommen neue Gleise wollen CSU, Grüne und FDP im Herdecker Rat ihre Zusammenarbeit setzen und kündigen für Sonntag die Unterzeichnung einer „Koalitionsvereinbarung”, nicht etwa eines „Koalititonsvertrages” an.
Man darf gespannt sein, ob es sich da nur um einen marginalen Wortunterschied handelt, oder der eine oder andere Partner sich an eine „Vereinbarung” nicht so gebunden fühlt wie an einen „Vertrag”. Auch inhaltlich ist die Vereinbarung mit den von „Jamaika” schon im November vorgelegten „Eckpunkten” zu untersuchen: Wird da etwas Bekanntes nur wieder aufgewärmt?
Und auch diese Frage harrt einer Antwort: Stehen die Signale jetzt immer auf Grün?
16:36
Möhrensaft
juhuuu
3Monate später auf nen Post reagieren ist top.
08:55
Zu Kommentar 6 von Werner:
Sie haben überhaupt keine Ahnung. Natürlich essen die Schüler zu Mittag. Ich finde die Idee einer Mensa hervorragend und das wird von den Schülern auch angenommen. Machen Sie unsere Kids mal nicht schlechter als sie sind. 2,50€ sind m.E. auch i.O. für ein Mittagessen. Ich jedenfalls freue mich, dass meine 3 Kinder zukünftig dort mittags etwas zu essen bekommen, da ja alle 3 Nachmittags Unterricht haben und dann auch etwas warmes im Bauch haben.
Sie haben jedenfalls keine Ahnung was läuft!!!!
19:29
Würde so eine Mensa privatwirtschaftlich betrieben werden müssen, wäre sie nach einem Jahr pleite. Um einigermaßen finanztechnisch klarzukommen, wird ein Essen dort mindestens 6-7 Euro kosten müssen und das bei guter Auslastung. Das gibt kein Schüler aus! Jetzt sind 2,50 Euro meines Wissens das maximale, was gezahlt wird und das mit murren. Und man sollte sich doch mal ansehen wieviele Schüler in den Schulen heute bereit sind ein Mittagessen einzunehmen. Da gibt es reale Zahlen und es sind nur sehr wenige. Meines Erachtens ensteht da wieder mal ein Faß ohne Boden und erinnert mich an manchen Artikel in der Vereinszeitschrift vom Bund des Steuerzahler. Vielleicht steht die Mensa dort dann ja auch mal drin.
18:33
höstem Niveau! ???
Na wenn Sie meinen. Super Kommentar.
13:07
Ich vermute, der späte Zeitpunkt der Vereinbarung liegt daran, dass die CSU Funktionäre in Bayern noch einige Termine hatten und nicht direkt für Verhandlungen in Herdecke zur Verfügung standen!!!
Super Artikel, Herr Müller! Das ist Journalismus von höstem Niveau! ;-)
09:28
Oh, Herr Müller, diese Kritik wird man in Herdecke nicht so gerne lesen.
Denn man hat doch so lange gebraucht, um sich überhaupt bis zu einer KoalitionsVEREINBARUNG durchzuringen.
Und ist man dann endlich so weit, wird seitens der Presse schon wieder alles in Frage gestellt.
Es gibt im Endeffekt einfach zu viele Differenzen und zu wenig Gemeinsamkeiten.
21:53
Wie kommt die CSU! In den Herdecker Rat?
21:53
Wie kommt den die CSU! In den Herdecker Rat?