Vom Stolz auf den Spielplatz bleibt nicht viel

Schmandbruch..  „Der Schmandbruch, das ist ein Luftkurort“, schwärmt einer der Leser am WP-Mobil und lässt die anwesenden Vertreter von SPD, FDP, Grünen und Bürger für Wetter einmal aufatmen. Endlich etwas Positives. Doch dann holt der Rentner noch einmal Luft: „Für einen Kurort gibt es aber zu wenig Ärzte, demnächst nicht mal mehr einen!“ Dr. Narchi werde seine Praxis ins neue Ärztehaus in Alt-Wetter verlegen, verkündet er auch für die Wahlkreisvertreter etwas Neues. Der Mann sieht die Politik in der Pflicht, sich um einen Stadtteil wie den Schmandbruch zu kümmern. Seinen Namen will er dann aber nicht verraten. „Gehen Sie einfach mal von Haus zu Haus, dann lernen Sie mich kennen.“

Katzen, Ratten und Lärm

Fritz-Ulrich Brüne ist auch nicht wirklich gut auf die Politik zu sprechen. Steuererhöhungen und die Zerstörung der Landschaft durch ein Industriegebiet am Stork, das ist dem 63-Jährigen ein Dorn im Auge. Doch auch ganz konkret gibt es Dinge in seiner Nachbarschaft, die ihn ärgern. Katzen, die von einzelnen Familien gefüttert würden, bevölkerten Gärten und Straßen. Und das Futter im Überfluss locke wiederum Ratten an. „Ich habe beim Ordnungsamt angerufen, aber da kümmert sich niemand“, so Brüne. Ebenso wenig um ein Haus an der Flötpfeife, an dem alltags wie sonntags Autos repariert würden. „Mitten im Wohngebiet!“ Da habe ihm die Stadt geraten, ein Foto zu machen. Ohne ein solches Dokument der Verfehlungen könne das Ordnungsamt nicht reagieren. Ein Thema, das auf den Zettel von Jörg-Michael Birkner (SPD) kommt. Und Zettel hat er schon viele.

Kümmern müssen sich Stadt und Politik auch um die Spielplätze. Gerade noch hatte SPD-Ratsherr Birkner die Spielflächen in höchsten Tönen gelobt, da kommt Christian Küsters mit Töchterchen Luna (3) zum WP-Mobil. „Ich gehe auf den Spielplatz und weiß nicht mehr, was ich mit den Kindern dort machen soll, weil alle Geräte verschwunden sind“, ärgert sich der Familienvater. Für die jüngere Tochter gebe es noch ein Angebot, doch seine 13-Jährige finde dort nichts mehr.

Ein Problem, das Karen Haltaufderheide als Vorsitzende des Unterausschusses Spielplätze, kennt. Sie hat alle Spielplätze gesehen und war teilweise entsetzt. Jetzt soll es 50 000 Euro für die Bestandspflege geben. Allerdings müsse die Zahl der Plätze noch reduziert werden, um aus vielen schlechten einige gute zu machen. Drei Brachflächen, die lange als ehemalige Spielplatzflächen vorgehalten wurde, sollen womöglich verkauft werden. Und ein Teil des Erlöses könne dann in die Sanierung zum Beispiel auch am Schmandbruch gehen. „Mal sehen, wie lange das dauert“, verabschiedet sich Küsters nicht wirklich zuversichtlich.

Kein Platz für Lkw

Volker Kowalski treibt ein anderes Problem zum Redaktionsmobil: Der Berufskraftfahrer ärgert sich maßlos über das Parkverbot von 6 bis 20 Uhr für Lkw etwa im Altenhofer Weg. Irgendwo müsse er den Lkw für die vorgeschriebene Standzeit von elf Stunden parken. Aber: „Ich kriege dort regelmäßig Knöllchen. Lkw-Fahrer aus dem Ausland, die da sogar übernachten und alles zumüllen, zerreißen die Knolle und sind fein raus.“ Ein Gewerbegebiet ohne ausreichende Parkplätze für Lkw, das gehe gar nicht.