Vollsperrung der Hauptstraße zugunsten der 41. Maiwoche

Am Eingang zur Fußgängerzone sind die Oberflächenarbeiten fast abgeschlossen, der Zugang für Maiwochen-Besucher kann in diesen Tagen auch dank der insgesamt zweiwöchigen Vollsperrung für den Verkehr problemlos erfolgen
Am Eingang zur Fußgängerzone sind die Oberflächenarbeiten fast abgeschlossen, der Zugang für Maiwochen-Besucher kann in diesen Tagen auch dank der insgesamt zweiwöchigen Vollsperrung für den Verkehr problemlos erfolgen
Foto: Steffen Gerber
Vom 4. bis einschließlich 17. Mai ist in Herdecke die untere Hauptstraße für den Verkehr gesperrt. Den Baufortschritt sehen Besucher der Maiwoche.

Herdecke..  Was wäre, wenn in Paris ein Teil der Champs-Élysées zwei Wochen gesperrt würde? Ein paar Nummern kleiner: Seit dem 4. Mai ist die untere Hauptstraße Herdeckes für den Fahrzeugverkehr dicht. Bevor am kommenden Montag ab 5 Uhr nach zwei Wochen wieder Busse und Autos einspurig durch die Innenstadt rollen können, wollen viele im Zentrum die Maiwoche feiern.

Lärm, Slalomlauf, Absperrungen: Gewöhnliche Begleiterscheinungen von Großbaustellen sind spür- und sichtbar. „Insgesamt läuft es zufriedenstellend, unseren Zeitplan bis Herbst sollten wir einhalten können“, sagt Michael Röder bei einem Rundgang. Der Projektleiter von den Technischen Betrieben Herdecke (TBH) berichtet zwar von kleineren Unstimmigkeiten mit Zulieferern, lobt aber die beauftragte Firma Wittfeld für deren gute Leistung.

In den letzten Tagen standen seit dem Frühlingsfest zuvorderst Oberflächenarbeiten zugunsten des Maiwochen-Ablaufs an. „Schön wäre es gewesen, wenn die Natursteinpflasterung am Eingang zur Fußgängerzone komplett fertig gewesen wäre, so bleibt nach dem Stadtfest noch etwas zu tun.“

Immerhin: Bis auf ein paar Ausnahmen sind vorerst die meisten Zäune verschwunden.

Hingegen bleibt der Kampsträter Platz, an dem erste Treppenstufen und die Palisadenwand erkennbar sind, abgesperrt. Röder: „Die Baufirma arbeitet sich bis zu den Häusern in der Kampstraße vor. In Sachen Außengastronomie setzen wir auf Flexibilität seitens der Wirte und der Baufirma.“ Im Laufe des Juni beginnen dann parallel dazu die Arbeiten an der Einmündung zur Wetterstraße, die dann bis zur Post nicht mehr befahrbar sein werde.

Für Mittelteil kommt bald Mobiliar

Im Herbst schließlich gebe es am Ende der gesamten Maßnahme zwecks finaler Asphaltarbeiten noch einmal eine Vollsperrung in der unteren Hauptstraße für zwei oder drei Tage.

Unterdessen ist im Mittelteil mit den zwei Bushaltestellen (dort muss der halbstarre Belag auf 6,50 Meter Fahrbahnbreite nun trocknen), der Bänderung an den Gebäuden und dem breitem Gehweg vieles schon fertig. „Dort sieht es noch großflächig aus, aber im Juni soll das Mobiliar wie Busunterstand, Sitzbänke, Beleuchtung und ähnliches kommen“, sagt Röder. Es gibt also vage Hoffnungen, dass hier im Zentrum eine kleine Pracht-Avenue nach Herdecker Art entstehen könnte.

Kontakt zu Gewerbetriebenden

Am 30. April ging Michael Röder in die Geschäfte an der unteren Hauptstraße und informierte dort die Gewerbetreibenden über die Beeinträchtigung der Vollsperrung. „Zu Beginn war es etwas kribbelig, da an zwei Tagen kein Zulieferer-Verkehr möglich war. Kunden kamen hingegen immer zu den Geschäften.“

Der TBH-Mitarbeiter erhalte zwar gelegentlich auch Beschwerde-Anrufe, ansonsten aber „gibt es 95 Prozent Zustimmung, da ja alle auf ein schönes Endergebnis setzen “. Bis dahin gelte ein bisschen das Motto: Augen zu und durch. „Man sieht ja immer mehr den Baufortschritt, das ist für die Geschäftsleute und Bürger schon wichtig“, meint Röder. „Viele sehen schon, dass der Bereich aufgewertet und schön wird.“ Grundsätzlich habe er aber auch wahrgenommen, dass die Geduld der Herdecker angesichts vieler Baustellen im Stadtgebiet schon strapaziert werde.

Weniger Kunden

Die Geschäftsleute berichten unterschiedlich über die Baustellen-Folgen. „Einige Kunden jammern schon angesichts des Slalomlaufs, manche rufen uns daher an und kommen nicht vorbei“, erzählt Jennifer Möller, Leiterin des First-Reisebüros. Das könne nicht richtig gelüftet werden, da die einzige Tür zur unteren Hauptstraße geht. Einschränkungen beim Parken seien okay, die Geräuschkulisse sei etappenweise schon störend. „Wir hoffen auf ein schönes Endergebnis, so dass wir uns verstärkt etwa auf dem Bürgersteig präsentieren können.“

Gegenüber hat Melanie Stark („Mit manchen Bauarbeitern bin ich schon per du“) im Lotto-Toto-Geschäft festgestellt, dass durch die Vollsperrung weniger Kunden kamen. Wenig förderlich sei die Verlegung der Bushaltestellen, sie habe weniger Tickets verkauft.

Ähnliches erzählt nebenan Marina Bock aus der Metzgerei. „Unsere Kunden kritisieren, dass durch die Vollsperrung die Wege weiter geworden sind. Insgesamt ist das schon eine Belastung, wobei es genug Infos gab.“

Optisch zufriedenstellend

Polier Christian Hoppe, seit März Bauleiter der Firma Wittfeld in Herdecke, ist mit Blick auf das Erscheinungsbild der Hauptstraße zuversichtlich. „Das sieht doch jetzt schon ganz gut aus. Der Lärm ist natürlich zum Teil unumgänglich, wenn etwa Steine gesägt werden“, sagt Hoppe, „aber insgesamt dürfte es sich bisher im Rahmen gehalten haben.“ Wann der Kampsträter Platz fertig sei, kann er nicht sagen.