Vollmarsteiner unterstützt Zigarettenschmuggler

Wetter..  Fünf Jahre musste ein Volmarsteiner auf seinen Prozess warten. Jetzt war der Mann sichtbar froh, die Angelegenheit mit einem umfassenden Geständnis beenden zu können. In der Zeit von Oktober 2009 bis Mai 2010 hatte der Mann eine Lagerhalle in Hagen angemietet und so einem Zigarettenschmuggler geholfen, ein sicheres Zwischenlager für seine heiße Ware zu haben.

Das gab der Volmarsteiner kürzlich durch seinen Verteidiger Dr. Martin Müller aus Hagen zu. Danach stand er – wenn auch etwas schleppend – dem Gericht Rede und Antwort. Demnach schmuggelte ein gesondert verfolgter und bereits verurteilter Pole Tausende Stangen Zigaretten der berüchtigten Marke Jin Ling aus Russland nach Deutschland.

Der Steuerschaden, an dem der Mann aus Volmarstein durch Beihilfe beteiligt war, soll bei rund zwei Millionen Euro liegen.

Der Volmarsteiner und der polnische Schmuggler hatten sich kurz vor den Taten beim Kraftsport kennengelernt. Schon relativ früh fasste der Pole Vertrauen zu dem neuen Kumpel mit bewegter Vergangenheit. Unter anderem hatte der als Türsteher im Ruhrgebiet und Rheinland gearbeitet, kannte Land und Leute und konnte mit zahlreichen Kontakten dienen. Also fragte der Schmuggler gezielt nach einer Halle in Wetter oder in der Umgebung. Er wollte ein Lager haben, bevor er die illegalen Zigaretten an Verkäufer im Ruhrgebiet weiterverteilte. Dabei spielte der Pole nicht mit offenen Karten und tarnte sich auch dem Angeklagten gegenüber als Lebensmittelhändler.

Komische Gestalten beobachtet

„Der sagte nur, dass da wohl auch ein paar Rauchwaren auf dem Laster wären“, erinnerte sich der Volmarsteiner. Als die erste Lieferung auf einem frisierten Tanklaster anrollte, schwante dem Angeklagten, dass es hier nicht mit rechten Dingen zuging. „Ich habe immer gegen fünf Uhr morgens den Schlüssel für die Halle gebracht. Aber die Halle war immer ,sauber’. Ich habe nichts gesehen.“ Bei einer weiteren Lieferung habe sich der Pole wohl verplappert, dass es illegale Zigaretten seien. Neugierig geworden, blieb der Volmarsteiner eines Morgens bei der Halle und beobachtete, dass „da komische Gestalten herumhuschten. Als der Tanklaster weg war, kamen lauter Kleinlaster. So wurden die Zigaretten schnell weiterverteilt“, erzählte der ehemalige Türsteher vor Gericht. Für seine Hilfe erhielt der Mann 500 Euro, von denen er 250 Euro an den Besitzer der Halle abgeben musste.

Eine besonders hohe Strafe hat der Volmarsteiner nicht zu befürchten. Er wird vermutlich aufgrund der langen Wartezeit und seines umfassenden Geständnisses Bewährung erhalten.