Vierbettzimmer sind in

Dr. Stefan Schmidt-Troschke, ärztlicher Direktor des Gemeinschaftskrankenhauses Ende.
Dr. Stefan Schmidt-Troschke, ärztlicher Direktor des Gemeinschaftskrankenhauses Ende.
Foto: WR

Herdecke.. Zu der aktuellen Forderung des CDU-Bundespolitikers Jens Spahn, Vierbettzimmer in Krankenhäusern abzuschaffen, äußerte sich Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Ärztlicher Direktor des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, im Gespräch mit unserer Zeitung so: „In nachrichtenarmer Zeit wird hier aus populistischen Gründen wieder eine Sau durchs Dorf getrieben. Aus Herdecker Sicht fühlen wir uns auf dem falschen Fuß erwischt; denn es trifft nicht die Situation. Die Kritik mag auf größere Klinikkonzerne zutreffen, aber nicht allgemein auf alle Krankenhäuser.“

Das „Problem Vierbettzimmer“ sei in Ende nicht vorhanden. „Wir haben nur noch zwei oder drei dieser dieser Zimmer, da wir schon in den 70er Jahren überwiegend Zweibettzimmer eingerichtet haben. Früher gab es, sozusagen als Überlaufventil, noch auf jeder Station ein Vierbettzimmer. Die meisten davon sind inzwischen aufgelöst“, so Schmidt-Troschke weiter.

Zudem mache das Gemeinschaftskrankenhaus als „klassenloses Krankenhaus“ ohnehin wenig Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten.

Nicht teilen könne er zudem die Argumentation des CDU-Politikers, dass die Zahl der benötigten Betten ohnehin rückläufig sei, weil die Verweildauer der Patienten im Krankenhaus immer kürzer werde. „Dieser geringeren Verweildauer stehen bei uns aber deutlich höhere Fallzahlen gegenüber. Wir haben sogar eine Überauslastung“, erklärt Stefan Schmidt-Troschke.