Viele Themen und gelockerte Stimmung im Rat Herdecke

Die neuen Bänke am Ufer des Harkortsees (hier ein Beispiel) finden nur wenig Gegenliebe bei Klaus Korge. In der Anwohnerfragestunde des Rates wollte der Herdecker wissen, warum eine unwirtliche Sitzgelegenheit ohne Rückenlehne die vorher bequeme Sitzgruppe im Bereich Herdecker Bach abgelöst hätte. Die modernen Bänke seien so geplant, vorgestellt und auch beschlossen worden, gab die Verwaltung zur Antwort. „Da kann ich nur den Kopf schütteln“, war die Reaktion von Korge.
Die neuen Bänke am Ufer des Harkortsees (hier ein Beispiel) finden nur wenig Gegenliebe bei Klaus Korge. In der Anwohnerfragestunde des Rates wollte der Herdecker wissen, warum eine unwirtliche Sitzgelegenheit ohne Rückenlehne die vorher bequeme Sitzgruppe im Bereich Herdecker Bach abgelöst hätte. Die modernen Bänke seien so geplant, vorgestellt und auch beschlossen worden, gab die Verwaltung zur Antwort. „Da kann ich nur den Kopf schütteln“, war die Reaktion von Korge.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Windeltonne wird geprüft. Namen für neue Straßen sind festgelegt. Bürgerschelte für unbequeme Bänke

Herdecke..  So viel Einmütigkeit war selten im Rat. Bei rund zwei Dutzend Tagesordnungspunkten gab es fast immer einstimmige Ergebnisse. Nicht einmal am Thema Windeltonne entzündete sich echter Streit. Dabei stand der CDU-Vorstoß vor knapp einem Jahr noch im Wahlprogramm der SPD. „Locker bleiben“, empfahl CDU-Fraktionschef Heinz Rohleder nach Hinweisen der SPD auf ihre Urheberschaft, und tatsächlich ging die Sitzung in gelockerter Stimmung weiter. Dennoch war sie erst nach einem Streitthema richtig gestartet. Die Grünen, mittlerweile in zwei Lager geteilt, haderten mit der Sitzordnung oder hielten an ihr fest, je nach Lager.

Neue Straßennamen

Fünf neue Straßennamen und eine Umbenennung fanden schließlich den Zuspruch aller Ratsmitglieder. Mühlenstraße als Verlängerung der jetzigen Straße ins neue Wohngebiet am Ruhrufer war unstrittig und ebenso Meinrad-Miltenberger-Weg für die südliche Parallelstraße. Aber der Stoffdruckerweg für die nördliche Parallelstraße musste sich gegen den Vorschlag Tuchdruckerweg behaupten. „Man achtet zu wenig auf den Klang“, fand Peter Gerigk (Grüne) und schlug noch einmal eine Bresche für einen Tuchdruckerweg. Allein, die Nachfahrin der Inhaberfamilie der Stoffdruckerei, an die der Straßenname erinnern soll, hatte schon auf „Stoff“ statt „Tuch“ beharrt. Und so wollte auch Jochen Plaßmann (FDP) „der geschichtlichen Wahrheit die Ehre geben“, was schließlich der ganze Rat so sah.

Zurück zum Sozialausschuss

Fünf Jahre hieß der Sozialausschuss „Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Demografie“. Jetzt wollte die SPD die Demografie im Namen durch Inklusion ersetzen. Die Linke wollte gerne an der Gesundheit als im Namen benannte Aufgabe festhalten, andere Parteienvertreter hätten gerne Soziales, Gesundheit, Inklusion und Demografie im Ausschussnamen gesehen, was aber allen zu lang erschien. Und so heißt der Ausschuss nun wie früher schon mal „Ausschuss für Soziales“.

Neuer Name für Schule

Die bisherige Grundschule im Dorf darf sich künftig Werner-Richard-Grundschule nennen. Der Rat entsprach dem Wunsch der Schule, die von Kirchende an den Sonnenstein umgezogen ist und den alten Namen am neuen Standort für irreführend hält. Die Werner-Richard-Grundschule hat die Räume bezogen, in denen die Hauptschule untergebracht war. Sie läuft derzeit aus und wird nun schon zum Ende dieses Schuljahres aufgelöst, wie der Rat bestätigt hat.

Viele Väter für Windelidee

„Es ist ein ungehöriger Vorstoß, aber es ist ein guter Vorstoß“, kommentierte SPD-Fraktionssprecherin Nadja Büteführ eine Initiative der CDU zur Prüfung von Windeltonnen oder Windelsäcken in Herdecke. Ungehörig, weil eigentlich die SPD Urheber dieser Idee sei, gut, weil eine Windeltonne sowohl jungen Familien als auch Senioren bei Problemen mit Inkontinenz helfen könne. Vor 20 Jahren habe es in Herdecke schon einmal einen Windelbonus gegeben, referierte Volker Kioschis von den Technischen Betrieben. Per Ratsbeschluss sei das Angebot wieder einkassiert worden, weil es mit viel Verwaltungsaufwand verbunden war. Auch muss geklärt werden, woher das Geld für einen Nachlass bei Tonnen oder Säcken für Windeln kommen soll.

Nicht zuständig

In der Sache gar nicht erst beraten wurde ein Antrag der Linken zur Finanzierung von Krankenhausleistungen. Die Rat – bis auf zwei Linke – sah sich hier nicht zuständig.