Das aktuelle Wetter Wetter 20°C
Verdreifachung

Viel mehr Einbrüche an Feiertagen in Wetter und Herdecke

08.01.2016 | 06:00 Uhr
Viel mehr Einbrüche an Feiertagen in Wetter und Herdecke
Die Polizei hat in den vergangenen Tagen im gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis viele Einbrüche verzeichnet. Wetter und Herdecke ragen dabei heraus.Foto: Daniel Maurer

Wetter/Herdecke.   Dreimal mehr Taten als im Vorjahr: In den Tagen rund um Weihnachten und Neujahr stieg in Wetter und Herdecke die Zahl der Einbrüche.

Das ist längst kein subjektiver Eindruck empfindsamer Bürger in Wetter und Herdecke mehr: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in den zwei Wochen rund um Weihnachten und Neujahr hat sich im Vorjahresvergleich verdreifacht. „Das haben wir bei unserer Auswertung dieses Zeitraumes festgestellt. Letztes Jahr waren es acht Einbrüche. Bis heute haben wir in dieser Zeit 25 registriert“, sagte Dietmar Trust, Sprecher der Kreispolizei Ennepe-Ruhr, gestern auf Nachfrage.

Viele „reisende“ Täter

Während er und seine Kollegen bisher scherzhaft eine „Weihnachtsamnestie der Täter“ beobachtet hatten, da die Polizei über die Feiertage meist einen Einbruchsrückgang feststellte, „kann man diesmal nicht davon sprechen“. Trust sieht hier einen Ausfluss der allgemeinen Einbruchsproblematik: „Wir haben viel mit reisenden Tätern zu tun, was Einbrüche entlang der Peripherie der Autobahnen zeigen.“

Zudem gehe die Polizei davon aus, dass Täter ihre Tatorte zuvor auskundschaften. „Wo kein Licht ist, ist meist auch keiner da“, so Trust. Gerade in der dunklen Jahreszeit falle es Einbrechern leicht, festzustellen, ob jemand daheim sei oder nicht. Es sei denn, Bewohner nutzen Lichtquellen bewusst, um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass niemand da sei.

Nach den Ursachen für diesen sprunghaften Anstieg gefragt, antwortet Trust: „Es wird Einbrechern sehr leicht gemacht. Viele Bürger verstauen ihre Wertsachen immer noch an neuralgischen Stellen wie Nachttisch oder Schreibtischschublade.“ Hinzu komme, dass eine Aufklärungsquote von 16 bis 17 Prozent dafür spreche, dass man relativ gefahrlos einbrechen könne. Mache die Polizei einen Einbrecher einmal dingfest, könne man ihm außerdem selten so viel nachweisen, dass er in Haft gehe. „Für einzelne Taten sieht das Strafgesetzbuch keine Inhaftierung vor“, sagt Dietmar Trust. „Bis die Justiz jemanden verurteil hat, hat der schon viele Taten begangen.“

Und dann werde die Person von den organisierten Banden, die einen Großteil der Einbrüche begingen, eben einfach gegen eine andere ausgetauscht und woanders eingesetzt. Es gebe aber auch Täter, die örtlich agieren: „Die stammen meist aus dem Drogenmilieu. Hier geht es dann um Beschaffungskriminalität. Solche Leuten nehmen auch Fernseher mit, während es die anderen auf Wertsachen abgesehen haben.“

37 Vorfälle in zweieinhalb Wochen

Die Lokalredaktion hat die Einbruchsmeldungen der EN-Polizei vom 19. Dezember bis zum gestern in Wetter und Herdecke nachgezählt: Im Visier der Täter waren in diesem Zeitraum 22 Häuser und Wohnungen, sechs Geschäfte (Firmen oder Gaststätten) und drei Garagen. Dazu gab es sechs Einbruchsversuche. Allein am 6. und 7. Januar meldete die Polizei elf Einbrüche in den beiden Ruhrstädten.

Auffällig insgesamt: Die Tatorte liegen nicht nur in der Nähe von Autobahnauffahrten. Zu den traditionellen bzw. bekannten Einbruchsgegenden wie dem Herdecker Ahlenberg oder in Volmarstein gesellen sich auch innerstädtische Örtlichkeiten.

Schmuck und Bargeld erbeutet

Konkret waren es vier Wohnungseinbrüche in Wetter, dazu jeweils einen Vorfall in einer Gaststätte in der Harkortstadt und in Herdecke. Demnach verschafften sich Unbekannte zwischen dem 28. Dezember, 11 Uhr, und 7. Januar, 0.05 Uhr, gewaltsam über eine Terrassentür Zutritt in ein Einfamilienhaus am Zamelberg. Sie durchwühlten Schränke und erbeuteten Schmuck.

Zwischen 3. Januar, 17.30 Uhr, und 6. Januar, 13.15 Uhr, schlugen Unbekannte an einem freistehenden Einfamilienhaus am Deipenbecker Weg ein Fenster ein. Sie kletterten in das Gebäude und stahlen ein Samsung-Fernsehgerät.

Zimmer durchwühlt

Vor zwei Tagen drangen zwischen 15 und 19 Uhr Unbekannte durch das Aufhebeln eines rückwärtigen Fensters in ein Einfamilienhaus an der Straße Am Brasberg ein. Im Obergeschoss durchsuchten sie das Schlafzimmer; unklar ist, was sie entwendeten.

Zwischen Mittwoch, 22 Uhr, und dem gestrigen Donnerstag, 4 Uhr, kletterten Täter an einem Mehrfamilienhaus an der Ringstraße auf den Balkon einer Erdgeschosswohnung und hebelten die Tür auf. Beim Durchsuchen im Wohn- und Schlafzimmer erbeuteten sie Schmuck, ein Mobiltelefon, zwei Geldbörsen mit Ausweisen und Bankkarten.

Gestern um 2.20 Uhr wurde aus einer Pizzeria an der Osterfeldstraße Bargeld gestohlen: Einbrecher brachen einen Spielautomaten auf.

In Herdecke hebelten am 6. Januar Unbekannte am Kornspeicher in der Hauptstraße eine rückwärtige Eingangstür auf. Geklaut wurden ein iPad und ein Laptop

Elisabeth Semme und Steffen Gerber

Kommentare
09.01.2016
17:21
Viel mehr Einbrüche an Feiertagen in Wetter und Herdecke
von helmutjacob | #2

Eine weitere Ursache für die sich häufenden Einbrüche ist die Süd-Ost-Erweiterung der EU und der Wegfall der Grenzkontrollen. In dem Größenwahn...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
Mit dem THW auf der Ruhr
Bildgalerie
8. Sommertour
Minigolf für Leser
Bildgalerie
Ferienaktion
Sommerfest mit Krass
Bildgalerie
SuS Volmarstein
article
11441648
Viel mehr Einbrüche an Feiertagen in Wetter und Herdecke
Viel mehr Einbrüche an Feiertagen in Wetter und Herdecke
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wetter-und-herdecke/viel-mehr-einbrueche-an-feiertagen-in-wetter-und-herdecke-id11441648.html
2016-01-08 06:00
Nachrichten aus Wetter und Herdecke