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Denkmal

Viadukt in Wengern wird 100 Jahre und wieder hergerichtet

21.10.2014 | 17:18 Uhr
Viadukt in Wengern wird 100 Jahre und wieder hergerichtet
2014 wird der Viadukt in Wengern 100 Jahre alt. Michael Overmeyer und Thomas Raithel von Straßen NRW sowie Mike Friedrich und Martin Schnorrenberger von dem Büro Ahlenberg Ingenieure (von rechts) bereiten die alte Bahntrasse für den Radweg Von Ruhr zu Ruhr vorFoto: Steffen Gerber

Wengern.   Mit der letzten Fahrt der Elbschetalbahn 1979 geriet der wohl 1914 fertig gestellte Viadukt in Wengern etwas in Vergessenheit. Doch zum 100. Geburtstag kümmern sich Straßen-NRW und die Ahlenberg-Ingenieure intensiver um das Denkmal. Der Radweg kann kommen.

So richtig gratuliert hat noch keiner. Dabei wäre der 100. Geburtstag in diesem Jahr ein passender Anlass, um das Denkmal über der Elbsche ähnlich zu würdigen wie die Herdecker das mit ihrer imposanten Brücke am Harkortsee tun. Immerhin rückt der Viadukt in Wengern im Zuge des Radwegs „Von Ruhr zu Ruhr“ wieder mehr ins Blickfeld. Und die Eigentümer bzw. Entwickler von Straßen-NRW sowie die Ahlenberg-Ingenieure als Bauwerkprüfer kümmern sich in diesen Monaten sogar intensiv um das alte Gemäuer.

Dauerhaft verkehrs- und standsicher

„Für sein Alter ist der Viadukt in einem sehr guten Zustand“, berichten Mike Friedrich und Martin Schnorrenberger von dem Büro aus Herdecke. Die Ingenieure untersuchten im Frühjahr die Verkehrs- und Standsicherheit sowie Dauerhaftigkeit des Denkmals mit einem standardisierten Verfahren. „Das fällt für Bauwerke regelmäßig an und war hier eigentlich nichts Besonderes, auch wenn für den Viadukt keine alten Pläne vorlagen.“

Von Feld zu Feld tasteten sie sich mit einem Untersichtgerät – der Korb mit Bühne war oben am Viadukt befestigt – an den Steinen entlang und stellten fest: „Das Fugenbild ist okay, wir haben keine lockeren Steine gefunden. Normal ist, dass ein paar Risse entstanden sind, einzelne Teilbereiche gilt es auszubessern.“

Den Prüfbericht übermittelten sie nun an Straßen-NRW, das die gesamte Strecke von der Deutschen Bahn zum Lückenschluss des Radweges übernommen hatte. Da der Viadukt seit dem 14. März 1990 unter Denkmalschutz steht, müssen die Entwickler Auflagen berücksichtigen. „Das alte Geländer muss bleiben und wird sowohl erneuert als auch durch ein höheres Geländer ergänzt“, erklärt Thomas Raithel das Zusammenspiel zwischen Historie und Sicherheit.

Der Projektleiter Bau bei der Behörde berichtet zudem, dass aus zwei der insgesamt acht Austrittskanzeln Aussichtspunkte werden, die beidseitig einen Blick aus den Balustraden über das Elbschetal ermöglichen. „Das gesamte Gesims wird gesichert, zum Teil wird Eisen eingeführt. Und die Abdeckung oben wird komplett erneuert.“

Sichtbar sind am Sandstein weiße Kalkablagerungen. Mit einem festen Strahlmittel sollen diese entfernt werden, ohne dass das Gemäuer beschädigt wird. Da zudem der 6,15 Meter breite Weg über dem fünfbögigen Viadukt asphaltiert wird, „kann dann auch kein Wasser mehr von oben in das Mauerwerk eindringen. Zuletzt konnte das durchsickern, da es nicht zu 100 Prozent dicht war“, so Raithel. Eine verlässliche Kostenprognose für all dies könne er noch nicht abgeben. „Da hängt viel dran.“ Ganz günstig werde es wohl nicht, weil etwa eine spezielle Mörtelsorte benötigt wird.

Die Instandsetzungsmaßnahmen unter Beteiligung der Ahlenberg-Ingenieure fallen auch für weitere fünf Brücken, die ebenfalls in einem guten Zustand und auch nur etwas undicht seien, auf den 3,8 Kilometern von der Ruhr bis zur Ratelbecke an. „Die Ausschreibungen laufen“, berichtet Raithel, „die Arbeiten sollen im Frühjahr 2015 beginnen und dauern wohl bis zum Herbst.“ Quasi ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für den Viadukt in Wengern, der dann gut präpariert auf sein 200-jähriges Jubiläum warten kann.

Steffen Gerber

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2014-10-21 17:18
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