Verwirrspiel vor Gericht um einen Stapel Paletten

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Was wir bereits wissen
Das Amtsgericht in Wetter sieht nach vermeintlichem Diebstahl Aufklärungsbedarf. Der Angeklagte weist den Vorwurf von sich.

Wetter..  Ein Stapel Paletten gibt dem Amtsgericht Wetter derzeit Rätsel auf. Ein Kraftfahrer soll vom Gelände einer Spedition in Wetter eine größere Menge an sich genommen haben, um sich damit einen kleinen Extra-Bonus zu verschaffen. Vor dem hiesigen Amtsgericht beteuerte der 42-Jährige jetzt allerdings, keinen Diebstahl begangen zu haben. Er habe auf Anweisung gehandelt.

60 Paletten im Wert von etwa 420 Euro lud der Kraftfahrer am Morgen des 16. Dezember auf seinen Lkw. Wenig später erstattete die Wetteraner Spedition Anzeige wegen Diebstahls gegen den Angestellten einer Firma, die als Subunternehmer für sie tätig ist. Der Verdacht: Das Holz sollte den ganz eigenen Zwecken des 42-Jährigen dienen.

„Das stimmt so nicht“, beteuerte der Angeklagte jetzt vor Gericht. Er habe die Paletten auf Anweisung des Disponenten seiner Firma aufgeladen und zu einem weiteren Betrieb gebracht, der eng mit der Wetteraner Spedition zusammenarbeite. Der Betrieb, wo er die Paletten hinbringen sollte, hätte keine mehr gehabt und sei deshalb nicht mehr dazu in der Lage gewesen, Ware aufzuladen. Er hätte sie am nächsten Morgen dort abliefern sollen und habe sie deshalb bei einer weiteren Firma, die er regelmäßig angefahren habe, zwischengelagert. Ganz gewiss habe er die Paletten nicht klauen wollen. „So etwas habe ich nie gemacht.“ Allerdings konnte er auch nicht erklären, warum auf dem so genannten Paletten-Schein der 18. Dezember als Lieferdatum vermerkt war.

Mehr Ware als bestellt

Fakt ist, dass das Unternehmen, das am 18. Dezember plötzlich anstelle der bestellten 20 Paletten 64 erhielt, eine Mail an die Wetteraner Spedition schrieb und nachfragte, ob das denn so korrekt sei. Der Vertriebsmitarbeiter, der für das Ordern der Paletten zuständig ist, erinnerte sich im Zeugenstand, dass der Mitarbeiter, der laut Angaben des Angeklagten den Auftrag erteilt habe, dafür gar nicht verantwortlich sei. Vielmehr habe der ihn aber vor der großen Lieferung gefragt, ob sie noch Paletten erhalten würden, da sie am 16. Dezember welche angefordert und keine bekommen hätten. Generell würden die beiden Unternehmen, die einen guten Kontakt pflegen würden, regelmäßig Paletten austauschen.

Das Gericht sah weiteren Aufklärungsbedarf. Ende Mai wird das Verfahren mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt.