Verwalter soll auch Geld von Herdeckern veruntreut haben

Am Landgericht Hagen begann nun der Prozess gegen einen Hohenlimburger, der als Hausverwalter auch Herdecker um ihr Geld betrogen haben soll.
Am Landgericht Hagen begann nun der Prozess gegen einen Hohenlimburger, der als Hausverwalter auch Herdecker um ihr Geld betrogen haben soll.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Über 630 000 Euro soll ein Hausverwalter von Konten von Wohnungseigentümern auch aus Herdecke abgegriffen haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Herdecke/Hagen..  Prozessauftakt am Landgericht Hagen: Der 70-Jährige aus Hohenlimburg gehört zu den Angeklagten, die sichtlich unter ihrem Absturz leiden. Er war einst ein erfolgreicher Hausverwalter, hatte durch Vollmachten Zugriff auf Konten von Wohnungseigentümergemeinschaften, darunter auch Geschädigte aus der Birkenstraße und dem Waldweg in Herdecke. An deren Geld soll er sich vergriffen haben, als seine Firma in eine finanzielle Schieflage geriet.

Seit gestern muss sich der Ex-Wohnungsverwalter vor der großen Wirtschaftsstrafkammer verantworten. Angeklagt sind 111 besonders schwere Fälle von gewerbsmäßiger Untreue, begangen zwischen 2005 und 2010. Taten, die länger als zehn Jahre zurückliegen, sind verjährt.

Er diente acht Jahre als Zeitsoldat, bildete sich zum Techniker weiter. In die Immobilienwirtschaft geriet der Angeklagte eher zufällig. Das war 1986, als der Bauträger, bei dem er selbst eine Eigentumswohnung gekauft hatte, pleite ging.

Bewährungsstrafe möglich

Der Angeklagte nahm die Verwaltung der vier Objekte mit 32 Miteigentümern aktiv in eigene Hände, „und die Baumaßnahme konnte gerettet werden“, schwärmt er. „Mein Erfolg hat sich dann schnell herumgesprochen.“ Die kleine Firma mit Sitz in Iserlohn sei dann rasant gewachsen, „Jahr für Jahr“. Hatte er zunächst nur eine Hausfrau angestellt, waren es bald drei Fachkräfte. 1999 kam ein Verwaltungsobjekt mit 400 Wohneinheiten hinzu, an dem er sich übernahm – und das er 2001 wieder verlor: „Ein Riesenproblem.“

Ins Geschäft sei er nur gekommen, weil er Preise nahm, mit denen er nicht mal seine Personalkosten decken konnte. Das für seinen Betrieb benötigte Geld sei einfach von den Konten der Wohnungseigentümergemeinschaften genommen worden. Das fiel jahrelang nicht auf, weil er es durch falsche Rechnungen verschleierte und Gelder verschob. Der Schaden soll bei 637 000 Euro liegen.

Vorsitzender Richter Andreas Behrens hat bereits zu Protokoll nehmen lassen, dass am Ende des neuntägigen Verfahrens eine Bewährungsstrafe stehen könnte.