Verschiedene Bauformen auf altem Schulgebiet gewünscht

Nach dem Rundgang der SPD Westende diskutierten die Teilnehmer über künftige Gestaltungsmöglichkeiten an der früheren Grundschule im Dorf.
Nach dem Rundgang der SPD Westende diskutierten die Teilnehmer über künftige Gestaltungsmöglichkeiten an der früheren Grundschule im Dorf.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach dem SPD-Rundgang über das bald ganz leer stehende Schul-Gelände am Berge in Ende machten sich Bürger Gedanken über künftige Bauformen dort.

Ende..  Erst war es ein Dutzend Neugieriger, die sich bei einem Rundgang der SPD Westende das Gelände der ehemaligen Grundschule im Dorf und der Albert-Schweitzer-Schule am Berge bzw. im Eicklohweg anschauten. Zur anschließenden Ideenwerkstatt in den Kronenstuben kamen noch zehn weitere Bürger hinzu, um Möglichkeiten für die künftige Nutzung der bald fast komplett leerstehenden Gebäude auszuloten.

Beim Spaziergang wies Frank Boberg, der als sachkundiger Bürger für die SPD im Bauausschuss sitzt und für ein Stadtplanungs-Büro arbeitet, auf verschiedene Aspekte des mehr als 18 000 Quadratmeter großen Grundstücks hin. Die Bausubstanz sei überwiegend schlecht, der Baumbestand von unterschiedlicher Qualität, die Zufahrt bzw. Erschließungsfrage offen. „Unter Städtebauern heißt es, dass in dicht bebauten Siedlungen 50 Wohneinheiten pro Hektar möglich sind. Hier sollte man aber meiner Meinung nach nicht so dicht bauen, sondern zuvorderst an die Qualität denken und einen Mehrwert für Kirchende schaffen.“ Dementsprechend warb Boberg für ein vorsichtiges Nachnutzungskonzept. „Auch wenn Leerstand Geld kostet, sollte man nicht erst etwas bauen, was man dann ein paar Jahre später doch womöglich wieder abreißen muss.“

In zwei Gruppen erarbeiteten dann die Workshop-Teilnehmer Ideen. Einig waren sich alle, dass Wohnformen der Schwerpunkt auf dem Gelände werden sollen. Konkret: Das Gebiet soll in zwei bis drei Abschnitten entwickelt werden. Die Bebauung soll kleinteilig sein, gewünscht werden gemischte Varianten (Geschosswohnungen, Reihen- und Doppelhäuser). Die Bebauung an der Albert-Schweitzer-Schule soll in geschwungener Form der Geländeform folgen, Treppenverbindungen von dort zum Eicklohweg werden empfohlen. Insgesamt sollen die Gebäudehöhen jene aus der Umgebung aufgreifen, die Planer sollten zwei und maximal drei Etagen vorsehen.

Das Gehölz an der südlichen Hangkante soll lichter werden und an ein oder zwei Stellen geöffnet werden, um Blickbeziehungen in den Landschaftsraum in Richtung Kallenberger Weg zu ermöglichen. Prägende Bäume sollten unbedingt erhalten werden. Die Unterkunft für Asylsuchende gelte es, als temporären Baustein zu integrieren. Der ruhende Verkehr soll möglichst an den Gebietsrändern untergebracht werden, Motto: Parken unter Bäumen.

Klimasiedlung-Förderung anvisieren

Das Gebiet eigne sich exzellent für das geförderte NRW-Landesprogramm 100 Klimasiedlungen. Wünschenswert sei, dass kein Investor eingeschaltet wird und eine stadteigene Entwicklung mit direkter Vermarktung günstigen Wohnraum mit hoher Qualität ermöglicht. Das Konzept soll eine Nachbarschaftsbildung ohne Zwänge fördern und unterstützen, ein Café oder Raum zur gemeinsamen Nutzung könne dies fördern. Auch ein Mehrgenerationen-Projekt sei denkbar.

„Die Workshop-Teilnehmer waren mit Begeisterung dabei, es war eine erfolgreiche Veranstaltung“, resümierte Karin Striepen. Die Vorsitzende der SPD Westende will die Ergebnisse bald den Herdecker Parteigenossen vorstellen. Das Ziel: Die Ideen sollen in einen Antrag für politische Gremien fließen.