Verlag zeigt Interesse an Lebensgeschichte von Herbert Sabiers

Herbert Sabiers, der sich zum Verwaltungsangestellten umschulen ließ und als solcher in Bochum und in einem Fachkrankenhaus in Hemer arbeitete, hat die Geschichte seiner Familie aufgeschrieben und das Manuskript mit dem Arbeitstitel „Es schließt sich der Kreis des Skorpions“ 2004 auch an einen Verlag geschickt. Der äußerte sich zwar begeistert ob der Erzählung, forderte für die Veröffentlichung aber eine finanzielle Beteiligung. Das lehnte der Wetteraner ab. „Damals hat meine Tochter gebaut, da war kein Geld für etwas anderes übrig.“

Somit kennen nur wenige die Familiengeschichte oder das Schicksal seines verschollenen Vaters. Recherchen beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes ergaben keine endgültige Klarheit, wo und wie Richard Sabiers starb. Ein Gericht erklärte ihn am 31. Dezember 1945 für tot, dadurch erhielt die Mutter eine Kriegsrente. Da Herbert Sabiers nicht zur Bundeswehr wollte, besorgte er sich daher vor seinem 18. Lebensjahr die Sterbeurkunden seiner Geschwister. Als einziger Sohn galt er als Ernährer der Kriegswitwe und musste nicht einrücken.

Kellerwohnung in der Burg

Was im Zweiten Weltkrieg geschah, hörte der heute 71-Jährige zumeist von seinen Tanten und den Onkeln. Etwa wie die Amerikaner vom Sunderweg nach Wetter kamen oder wie die Wehrmacht im April 1945 die Brücken sprengte. Bei seinen Nachforschungen über die Kriegszeit in Wetter erfuhr Herbert Sabiers auch, wie der damalige Gauleiter Hoffmann dann „als Bauer verkleidet geschnappt wurde, nachdem er als wohlhabender Mann nach dem Krieg ganz gut gelebt haben soll.“

2002 und 2004 wandelte Sabiers, der nach dem Krieg mit seiner Mutter für eine Zeit lang in einem Keller der Burganlage in der Freiheit wohnte, im Kreis Gostingen (Posen) auf den Spuren seiner Vergangenheit. Sein Geburtshaus in Punitz stand nicht mehr, doch erfuhr der Wetteraner viel über das lange friedfertige Zusammenleben der Volksdeutschen mit den Polen, ehe der Krieg auch dort wütete.

Demag-Werkswohnungen

Mit einem Vetter aus Amerika forschte Sabiers weiter und ermittelte einen Familienstammbaum, der bis 1750 zurück reicht. In Wetter arbeiteten sowohl Onkel Rüdiger als auch Karl Sabiers, der älteste Bruder von Herberts Mutter Frieda, bei der Demag. Dieser nahm seine Schwester und den kleinen Herbert nach dem tödlichen Vorfall vom 14. April 1945 bei sich in einer Werkswohnung auf, damit die Mutter „nicht mehr in dem Zimmer leben musste, in dem ihre Kinder starben“.