Unbegreiflich berührt

Eine Sache wurmt mich in letzter Zeit: Heiligkeit.


Das Wort heilig ist komisch. Oft verstehen wir es falsch und benutzen es deshalb nicht richtig. Außerdem verursacht es bei dem Einen Gedanken an kitschige Verzückung und bei dem Anderen den Drang nach Abgrenzung: Heilig, bin ich nicht.


Ich will aber kein Plädoyer für das Wort an sich halten. Es bezeichnet aber tatsächlich etwas Unbegreifliches: Heilig bezeichnet Gott pur. 100% göttlich – nichts Menschliches. Das können wir nicht fassen!


Andererseits trifft uns Menschen Gottes Wesen immer wieder, weil Gott es will und wenn wir es wollen. So lese ich es im Alten und Neuen Testament. So nah wie eine Berührung kommt er Manchen. Und diese Nähe will er zu allen Menschen. Das ist unfassbar!


Zum Beispiel in Psalm 68 Vers 6, wo es heißt: Ein Vater für die Waisen, ein Anwalt für die Witwen ist Gott in seinem Heiligtum.


Gott zeichnet einfach aus, dass er die Menschen über soziale und persönliche Hürden hinweg sieht und Kontakt will. Wenn ich mich dann erinnere, dass er aber auch der Heilige ist, finde ich es wirklich unbegreiflich.


Der Heilige setzt sich ein für die Schwachen, die Benachteiligten, die Bedürftigen und für mich. Er ist so ganz anders, und doch hilft er und kämpft für uns und die Anderen, damit wir IHN erleben.


Diese Mischung aus Heiligkeit und Berührung ist Glaube. Ein Glaube, der uns trotz aller eigenen Hürden heilig leben lässt – unbegreiflich berührt.