Übung bei Dörken, damit im Ernstfall das Wasser reicht

Großübung der Feuerwehr bei Dörken in Herdecke: Auch die Feuerwehr Wetter war mit dabei.
Großübung der Feuerwehr bei Dörken in Herdecke: Auch die Feuerwehr Wetter war mit dabei.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Freiwillige Feuerwehren aus Herdecke und Wetter trainierten bei Dörken. Das Ergebnis: Zu wenig Schläuche

Herdecke/Wetter..  Der Befehl „Wasser marsch“ war bei der Großübung der Feuerwehren Herdecke und Wetter auf dem Gelände des Farben- und Folienherstellers Dörken ein wichtiger, auch wenn es an dem lauen Frühlingsabend nicht wirklich gebrannt hat. Denn das Thema Wasserversorgung ist rund um den Betrieb an der Wetterstraße schwierig. „Wir haben dort ein Wassernetz, das maximal 800 Liter in der Minute liefert“, erklärt Feuerwehrsprecher Christian Arndt. Brennt es in einer der Dörken Hallen wirklich, wird aber viel mehr Wasser gebraucht.

Die Planung sieht also vor, dass über das Hydranten-System ein erster Löschangriff gefahren wird, gleichzeitig aber auch eine Wasserversorgung von der Ruhr her aufgebaut wird. „Dafür sind die Kollegen aus Wetter verantwortlich, die bei einem Großbrand mit alarmiert werden“, so Arndt. Die Freiwilligen Kräfte aus Herdecke und Wetter sind also bei diesem Thema schon aufeinander eingestimmt, dennoch musste der Mann auf der ausgefahrenen Drehleiter lange warten, bis das erste – sichtlich braune – Ruhrwasser aus seinem Schlauch in Richtung gespieltem Brandort schoss. „Uns fehlte Schlauchmaterial“, so das nüchterne Fazit von Christian Arndt. Eine Erkenntnis, die – würde sie erst in einem Ernstfall gewonnen – fatale Folgen hätte. „Das ist der Sinn einer solchen Übung, dass Schwachstellen identifiziert werden.“

6000 Liter pro Minute

Bürger sollten sich nun aber keine Sorgen machen, dass die Feuerwehr mit zu wenig Schläuchen oder Wasser anrückt, um beispielsweise einen Wohnhausbrand zu löschen. „Wir bringen in unseren zwei Wagen j5000 Liter Wasser mit, damit löschen wir jeden Hausbrand“, beruhigt Arndt. Ein Einsatz in einem Unternehmen wie Dörken habe allerdings eine andere Qualität.

Geübt wurde am Mittwochabend mit Wasser – das nach einigen Minuten auch in ausreichender Menge vorhanden war. Zu Spitzenzeiten wurden 6000 Liter pro Minute auf die Halle abgegeben. Das ist ein sehr guter Wert“, so Einsatzleiter Bernd Elberfeld. Für den Ernstfall hat die in der Simulation betroffene Halle aber noch ein zweites Löschsystem. „Mit einer CO²-Löschanlage können wir dem Feuer die Luft nehmen“, erklärt der Feuerwehrsprecher. Diese Anlage müsse allerdings mit Bedacht eingesetzt werden, da CO² schwerer als Luft sei und die Hanglage des Dörken-Geländes dazu führen könne, dass sich das geruchslose Gas im Wohngebiet an der Wetterstraße sammelt. 2008 habe es einen Gas-Unfall mit Verletzten in Mönchengladbach gegeben. Seitdem löst die Herdecker Anlage nicht mehr automatisch aus, sondern sie muss von der Feuerwehr aktiviert werden.

Am Ende der Übung zogen die Vertreter der Ewald Dörken AG sowie die beiden Leiter der Feuerwehr aus Wetter und Herdecke eine dennoch positive Bilanz: „Die Zusammenarbeit und Kommunikation auch mit der Ewald Dörken AG hat vorbildlich funktioniert. Die Übung hat einen der größtmöglichen Fälle dargestellt. Es müssen nun, gemeinsam mit dem Unternehmen, Lösungen zur Verbesserung gefunden werden“, bilanzierte der Leiter der Feuerwehr Hans-Jörg Möller.