Über 700 Knöllchen in anderthalb Monaten

Steine und Knöllchen gegen Falschparker: In der Kaiserstraße in Wetter soll beides helfen.
Steine und Knöllchen gegen Falschparker: In der Kaiserstraße in Wetter soll beides helfen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Zahl ist beeindruckend. Über 700 Knöllchen wurden in der Kaiserstraße in Wetter in anderthalb Monaten verteilt. Und dabei gab es für viele Falschparker auch nur eine Ermahnung.

Wetter..  Die Zahl ist beeindruckend: 767 Falschparker haben zwischen dem 8. Dezember und 12. Februar an der Kaiserstraße ein Knöllchen bekommen. „Das gilt für den Bereich von der Tankstelle bis über das Rathaus hinaus“, erklärt Wetters Stadtsprecher Jens Holsteg. „Schätzungsweise 700 Falschparker“ seien in diesem Zeitraum im „Kernbereich“ der unteren Kaiserstraße erwischt worden. Das Hauptdelikt nach dem Umbau ist dabei „Parken auf dem Gehweg“, was 20 Euro kostet. Parken ist dort trotz der einladend abgesenkten Bürgersteige nur auf einigen gekennzeichneten Flächen erlaubt. Noch seien nicht alle Stellplätze etwa an der Kreuzung Friedrichstraße/Ruhrstraße ausgewiesen, die versprochene höhere Zahl an Parkmöglichkeiten in der City also auch noch nicht erreicht.

Die roten Zettel, die die Mitarbeiter des Ordnungsamtes seit der Freigabe der Straße Anfang Dezember verteilen, sind – neben der direkten Ansprache der Fahrer – eine Strategie, um den Bürgern das Parkraumkonzept näher zu bringen. Andere Lösungsmöglichkeiten diskutierten nun Politiker in diversen Gremien. „Wir werden den einen oder anderen Findling auf den freien Flächen platzieren“, kündigte Manfred Sell als Leiter des Fachbereichs Stadtplanung an. Die ersten sind bereits im Stadtbild zu sehen. Man könne aber auch gemeinsam mit den Gewerbetreibenden überlegen, ob einheitlich gestaltete Pflanzkübel aufgestellt werden. „Diese müssten dann von den Anliegern gepflegt werden.“

Kurzzeitplätze erwünscht

Dennoch gibt bereits vielfach Kritik. „Warum werden nicht vor den Geschäften und an der Sparkasse Kurzzeitplätze eingerichtet?“, fragt Heike Backhaus, die selbst gerne „für eine schnelle Besorgung zum Beispiel bei der Bank“ direkt an der Kaiserstraße parken würde. „Wenn ich bummeln möchte, nutze ich gerne das Parkhaus“, so die Wetteranerin, die für eine Kurzzeit-Zone plädiert. „Das würde sicher auch den Geschäften helfen.“ Was Sell aber ablehnt: „Es ist gewollt, dass nicht jedes Geschäft mit dem Auto unmittelbar erreichbar ist. Wir wollten den Fußgängern Vorrang einräumen. Und im Umfeld haben wir üppig Parkplätze, man muss halt ein paar Meter gehen.“

Der ruhende Verkehr in der Kaiserstraße ist ein Thema, doch auch die rollenden Fahrzeuge beschäftigen die Politik weiter. Dabei geht es zum einen um die Geschwindigkeiten, die in der beruhigten Zone 20 gefahren werden, zum anderem um die Schwierigkeit, die Straße zu queren. Mehrere Fraktionen leiteten die Bedenken von Bürgern an die Verwaltung weiter, dass mit nur einem Zebrastreifen vor der Lichtburg genug Querungshilfen vorhanden seien. „Das zu beurteilen, ist nach knapp zwei Monaten vielleicht noch zu kurz“, so Sell. Doch habe man das Problem im Blick und werde möglicherweise mit der Bezirksregierung Arnsberg erneut das Gespräch suchen, z.B. über einen Überweg an der Sparkasse zum Bismarck-Quartier.

Die Planer aus Arnsberg hatten die Kombination von Zone 20 und Zebrastreifen erst komplett abgelehnt, dann aber den Überweg an der Lichtburg genehmigt. Straßenbaurichtlinien verhindern demnach auch, dass hier Schrittgeschwindigkeit angeordnet wird. Setzt sich die Stadt über die Anordnungen der Bezirksregierung hinweg, gefährdet sie die Förderung der Baumaßnahme.

Spitzenwert: 60 km/h

Vor dem Beirat für Menschen mit Behinderung erklärte Sell, dass die Verwaltung die Fahrzeuganzahl und die Geschwindigkeit messe. Bisheriger Spitzenwert: 60 km/h. Insgesamt sei das Tempo im Durchschnitt aber moderat bei etwa 30 km/h. „Es wird immer Leute geben, die rasen. Ich räume aber ein, dass speziell Ältere beim Überqueren verunsichert sein könnten“, so Sell. Auch die Polizei habe, wenn auch nicht für jeden sichtbar, ihr Engagement erhöht.