Turbulente Testfahrten im Metall-Blitz

Erstes Streetbob-Training in der ESV mit Kirsten Stich und den Mitarbeitern aus der Metallgruppe der WfbM
Erstes Streetbob-Training in der ESV mit Kirsten Stich und den Mitarbeitern aus der Metallgruppe der WfbM
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der inklusive Streetbob, der bei der 1. Streetbob-WM der WESTFALENPOST am 6. September tstarten wird, ist fertig. Jetzt trafen sich Bürgermeister-Stellvertreterin Kirsten Strich und Mitarbeiter aus der Werkstatt für behinderte Menschen zum ersten Training.

Volmarstein.. Er ist rot-weiß, sieht richtig schnittig aus und trägt einen Namen, der Siege verspricht: Metall-Blitz. Nach über vier Wochen Arbeit ist der erste und einzige inklusive Streetbob, der bei der 1. Streetbob-WM der WESTFALENPOST in Winterberg am 6. September an den Start gehen wird, fertig.

Die Mitarbeiter der Metallgruppe in der Werkstatt für behinderte Menschen der Ev. Stiftung Stiftung Volmarstein haben alles gegeben. Bürgermeister-Stellvertreterin Kirsten Stich, die den Bob lenken wird, kam jetzt zum ersten offiziellen Training.

Die Vorfreude ist riesig

„Die Leute freuen sich wahnsinnig auf das Rennen“, weiß Achim Dedial, der die Metallgruppe leitet und den Bob-Bausatz gemeinsam mit den „Metallern“ zusammen gebaut hat. Inzwischen hat die Gruppe auch drei Beifahrer aus ihren Reihen gewählt, von denen jeweils einer als Beifahrer hinter Kirsten Stich in der Seifenkiste sitzen wird: Elmar von den Eicken, Steven Maibaum und Eduard Fischer stehen als Co-Piloten für Vor-, Probe- und Hauptrennen zur Verfügung.

Kurz vor dem ersten Testlauf in der Einfahrt zur Werkstatt versichert Elmar von den Eicken mit Blick auf den Metall-Blitz: „Es macht einfach Riesenbock.“ Und während er und Steven Maibaum den Bob die Einfahrt hinauf schieben, rüstet Kirsten Stich sich für die Premiere mit einem Skihelm: „Den habe ich zuhause noch gefunden“, sagt sie und lacht.

Und obwohl Joachim Dedial zuvor genau erklärt hat, wie Lenkung und Bremsen funktionieren, zeigt sie leichte Skepsis: „Na ja, wir müssen ja nicht gewinnen. Dabei sein ist alles.“ Doch da macht sich lautstarker Protest aus den Reihen der „Metaller“ breit, und Dedial winkt lachend ab: „Nein, nein. Also wenn unsere Rollis dran vorbeifahren, dann ist der Bob eindeutig zu langsam.“

Und dann heißt es auch schon: Auf die Plätze, fertig, los! Der Metall-Blitz rollt die etwa 50 Meter lange Einfahrt hinunter, begleitet von lauten Anfeuerungsrufen einiger „Metaller“, die am Rand stehen und klatschen. Kirsten Stich lenkt souverän, macht am Ende eine Bremsprobe. Es rattert kurz und heftig, dann steht der Bob wieder. Die Pilotin hat die Jungfernfahrt bestanden.

Rolli-Fahrerin zieht den Bob bergauf

Um ein bisschen mehr Gefühl für die Seifenkiste zu bekommen, geht es nun hinauf zur Hartmannstraße. Rolli-Fahrerin Ute Herholz springt ersatzweis für das Safety-Car-Team ein und zieht den immerhin knapp 68 Kilo schweren Bob mit ihrem Rolli den Berg hinauf. „Ute, gib Gummi“, ruft ihr Christof Voigt zu, der den Bob lenkt. Startlinie befindet sich diesmal in Höhe des Martineums, im Eingangsbereich der Stiftung. „Sie lacht noch“, sagt Achim Dedial, als Kirsten Stich sich zur Abfahrt bereit mit. Vom Start aus geht es rechts um die Kurve und dann immer geradeaus. . .

Dedial gibt das Handzeichen: Los gehts! Diesmal sitzt Eduard Fischer als Co-Pilot mit im Bob, der nach der Kurve ordentlich Fahrt aufnimmt. „Boah ist das holperig“, schreit Kirsten Stich im Vorbeifahren, rast zunächst geradeaus, um dann kurzentschlossen rechts in die Zufahrt zur Martinskirche abzubiegen. „Da kam auf einmal ein Auto“, sagt sie beim Aussteigen, ist aber trotzdem super-stolz über ihre erste Langstrecke. Genau wie Beifahrer „Eddie“ Fischer, der übers ganze Gesicht strahlt und alle umarmt, die ihm in die Quere kommen.

Steven Maibaum kann das gut verstehen; auch er findet das Bob-Fahren „gut, sehr gut sogar. Es macht süchtig“. Und als Kirsten Stich nach einer weiteren, durch Streckenposten abgesicherten und durchaus temporeichen Probefahrt mit Christof Voigt aussteigt, kann auch der kaum an sich halten vor Begeisterung, drückt Gruppenmitarbeiterin Sabine Kittner und jubelt: „Das war geil, Sabine“, ruft er, „mega-geil“.

Bis zum großen Rennen am 6. September stehen natürlich noch einige Trainingsfahrten auf dem Programm. Für die Fahrt nach Winterberg organisiert die WfbM einen Bus, damit auch jeder, der bei dem Spektakel dabei sein will, mitfahren kann. Und weil Ehemann Daniel am Tag des Rennens keine Zeit hat, hat sich Kirsten Stich schon anderweitig Unterstützung organisiert: „Ich nehme auf jeden Fall meine Freundin Claudia mit.“