Tom Hoppe will der Radio-Chef bleiben

EN-Kreis..  Vor dem Arbeitsgericht kämpft Tom Hoppe, bei den Hörern beliebter Hörfunkmoderator und seit über 10 Jahren Chefredakteur des Lokalsenders Radio Ennepe-Ruhr, gegen seine Entlassung. Der Gütetermin scheiterte.

„Tom Hoppe ist ein klassischer Moderator, das kann er“, lobt Peter Dziadek. Dann verstummt der Vorsitzende der Veranstaltergemeinschaft von Radio-EN abrupt: „Ich möchte nichts mehr in der Presse lesen, was ich über Herrn Hoppe gesagt habe.“

Das einsilbige Gespräch gestern Mittag auf dem Gerichtsflur hat seinen Grund: Kurz nach der Kündigung von Hoppe (wir berichteten) hatte die Veranstaltergemeinschaft von Radio-EN eine ungewöhnliche Pressemitteilung herausgegeben. Darin hieß es, die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Chefredakteur hätte sich in den letzten Monaten „als sehr schwierig erwiesen“, „Anforderungen wurden von ihm nicht oder nur schleppend erfüllt“, neue Aufgaben könnte man ihm „nicht zutrauen“.

Stillschweige-Verpflichtung

Diese Erklärung, die unter anderem im Internet verbreitet wurde, empfand der 36-jährige Familienvater als Schmähung und eine schwerwiegende Rufschädigung, die zudem geeignet sei, seinem beruflichem Fortkommen zu schaden. „Ein unfairer Stil“, beklagt Hoppe, „ich bin darüber menschlich schwer enttäuscht.“

Tom Hoppe schaltete deshalb den bekannten Kölner Medienrechtler Christian Solmecke ein. Man kennt sich seit über 20 Jahren – Solmecke selbst war in den Jahren 1992/93 für Radio-EN tätig, er sprach dort die Nachrichten. „Die Parteien haben sich mittlerweile darauf verständigt, bis zum Abschluss des Verfahrens Stillschweigen zu wahren“, erklärt Anwalt Solmecke.

Im Gütetermin vor dem Arbeitsgericht schwieg Peter Dziadek deshalb ganz artig. Richter Michael Seidel führte in den Sachverhalt ein: Am 8. Januar war Tom Hoppe von seinem Posten freigestellt worden, am 29. Januar hatte man ihn zum 31. Mai gekündigt.

Zumindest die Kündigungsfrist war dabei nicht eingehalten worden: „sechs Wochen zum Quartalsende“, wie vertraglich vereinbart, hätte zum 30. Juni bedeutet.

Einigungsvorschlag abgelehnt

Kläger Hoppe führt zudem „rechtswidrige Kündigungsgründe“ ins Spiel. Von Seiten der Veranstaltergemeinschaft wird ihm, zusammengefasst, „Faulheit“ vorgeworfen: „Er hat schlichtweg seinen Job nicht mehr gemacht. Keine Redaktionskonferenzen mehr geleitet. Keine Dienstpläne erstellt und wenn, sich nicht selbst daran gehalten“, erklärte der Rechtsvertreter des Radio-Vereins.

Tom Hoppe gilt als guter Moderator – aber sehr unbeliebter Chef. Radio-Vereinsvorsitzenden Peter Dziadek liegt eine ganze DIN-A-4-Seite vor, auf der sechs Redakteure Punkt für Punkt ihre große Unzufriedenheit über Hoppes Redaktionsleitung bezeugen.

Ein Einigungsvorschlag von Richter Seidel, das Arbeitsverhältnis am 31. Juni zu beenden und zwei Bruttomonatsgehälter als Abfindung obendrauf zu packen (9200 Euro), scheiterte: Tom Hoppe lehnte ab. Kammertermin am 7. Juli.