Tipps zum Leben von Alt mit Jung

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Herdecke..  Nadja Büteführ ist mit noch nicht einmal 50 Jahren noch nicht in dem Alter, in dem sie sich tatsächlich Gedanken über zu viele Treppenstufen oder Pflegemöglichkeiten machen muss. Die SPD-Fraktionsvorsitzende tut es aber dennoch, denn sie sieht die Frage, wie Herdecke mit einer zunehmend älteren Bevölkerung die Zukunft plant als entscheidend an. Der Bürgermeisterkandidat der Genossen, Jan Schaberick, betrachtet als 30-Jähriger das Thema aus einer noch anderen Perspektive. Er gehört zu der Generation, die den jungen Part zum generationsübergreifenden Zusammenleben stellt.

Erster Anstoß für Diskussion

Wie genau das gehen kann, das soll am Mittwoch, 6. Mai, Dr. Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen und Deutschland bekanntestes Gesicht einer Senioren-WG, erläutern. In einem Vortrag im Ruhrfestsaal soll der Ex-Politiker über das „Miteinander der Generationen in der Gesellschaft der Zukunft“ referieren. „Anschließend gibt es die Möglichkeit zum Gespräch“, erhofft sich Nadja Büteführ einen spannenden Austausch über Visionen und ihr realistischen Chancen.

„Wir sind eine der ältesten Kommunen in Nordrhein-Westfalen“, sagt Jan Schaberick. Also müsse in den Blickpunkt gerückt werden, wie diese zunehmend alten Bürger in ihrer Stadt so lange und so selbstständig wie möglich leben können. „Und natürlich auch, wie wir wieder junge Familien für unsere Stadt bekommen“, so Schaberick.

Mit Blick auf die amtierende Bürgermeisterin kritisiert er, dass von Seiten der Verwaltung keine Visionen für ein Herdecke 2030 entwickelt würden. „Wir brauchen Konzepte, wie zum Beispiel das Thema Wohnen angegangen wird.“

Das Gespräch mit Henning Scherf ist für die SPD ein erster Anstoß, in die Diskussion einzusteigen. Und Nadja Büteführ ist durchaus bewusst, dass die Frage nach Senioren-WG oder nicht, für manche Menschen nicht die wichtigste ist. „Es gibt in Herdecke nicht nur Menschen, die sich im neuen Quartier an der Ruhraue zur Ruhe setzen oder überhaupt aussuchen können, was sie tun“, weiß die Politikern. Auch das Thema Altersarmut und bezahlbarer Wohnraum müsse darum in den Fokus gestellt werden. „Da wollen wir auch mit der Herdecker Wohnungsbaugenossenschaft ins Gespräch kommen“, so Büteführ.