Tempo 30 für die Herdecker Mühlenstraße

Die Überwege bremsen den Verkehr auf der Mühlenstraße zwar, doch fühlen sich viele Passanten unsicher angesichts schnell fahrender Autos.
Die Überwege bremsen den Verkehr auf der Mühlenstraße zwar, doch fühlen sich viele Passanten unsicher angesichts schnell fahrender Autos.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Noch ist es ein Wunsch, doch könnte er Wirklichkeit werden. Die SPD will in Herdecke Tempo 30 für die Mühlenstraße einrichten. Die gesetzlichen Voraussetzungen könnten dafür bald geschaffen werden.

Herdecke..  Die Erinnerung an den schrecklichen Unfall vor dem Mühlencenter wird lange nicht verblassen. Zu präsent ist das Bild des Lastwagens, der eine Frau mitgeschleift und tödlich verletzt hatte. Zu ähnlich sind immer wieder Situationen an dem Überweg Richtung Hauptstraße. Ein Umstand, den Verwaltung und Politik in verschiedenen Ausschüssen und Gremien diskutiert haben, zumal auch an anderen Stellen der neuen Ortsumgehung Mühlenstraße Unfälle passiert sind. Doch eine Lösung gab es bislang nicht. „Die Straßenverkehrsordnung lässt nicht zu, dass dort Tempo 30 eingerichtet wird“, erklärt Dennis Osberg, Sprecher der Stadt Herdecke.

Übersicht über Durchgangsstraßen

Nun könnte allerdings Bewegung in die Sache kommen, denn die Verkehrsminister der Länder haben beschlossen, dass auch auf Durchgangsstraßen Tempo 30 eingerichtet werden könne, wenn es zum Beispiel der Lärmschutz oder die Sicherheit der Fußgänger erfordere. Der zuständige Minister in Düsseldorf, Michael Groschek (SPD), unterstützt diesen Vorstoß: „An neuralgischen Punkten müssen wir schneller dazu kommen, Tempo 30 aus Gründen der Sicherheit und des Lärmschutzes ausweisen zu können“, sagte Groschek noch vor der Verkehrsministerkonferenz in einem Interview mit dieser Zeitung. Ein Umstand, den die Herdecker SPD nun nutzen will, um so schnell wie möglich für eine Verkehrsberuhigung zu sorgen. Quasi vorab stellen die Genossen den Antrag an die zunächst zuständige Verkehrskommission, die Mühlenstraße „unmittelbar nach der nächsten Änderung der Straßenverkehrsordnung“, durch welche auch Durchgangsstraßen als Tempo 30-Zone ausgewiesen werden können, als solche auszuweisen.

Und man will noch mehr: „Die Verwaltung wird beauftragt, eine Übersicht über innerstädtische Durchgangsstraßen zu erstellen, in denen Anwohnerinnen und Anwohner aufgrund eines erhöhten Verkehrsaufkommens hohen Lärmbelästigungen ausgesetzt sind, damit diese Durchgangsstraßen zukünftig ebenfalls als Tempo 30-Zonen ausgewiesen werden können“, heißt es in dem Antrag an die Verkehrskommission.

Ausreißer nach oben

In der Begründung bezieht sich die SPD-Fraktion auch auf den von den Verkehrsministern erwähnten Lärmschutz. „Trotz der vorhandenen Zebrastreifen im Anfangs- und Endbereich der Mühlenstraße wird diese Straße zunehmend als Rennstrecke genutzt, wodurch für die Anwohnerinnen und Anwohner eine erhebliche Lärmbelästigung resultiert“, so die Genossen. Eine Feststellung, die die Verwaltung so nicht bestätigen kann. „Im Durchschnitt wird im vorderen Bereich der Mühlenstraße, also vor dem Mühlencenter, Tempo 30 gefahren, danach liegt das Durchschnittstempo bei 50 km/h“, erklärt Stadtsprecher Dennis Osberg. Wobei der Durchschnitt natürlich auch Ausreißer nach oben beinhalte. Dennoch unterstützten die Verkehrsplaner der Stadt den seit langem bestehenden Wunsch, die Mühlenstraße in diesem Bereich zu beruhigen. „Sobald sich die gesetzliche Möglichkeit dazu bietet, können wir Tempo 30 umsetzen“, versichert Osberg.