Teil des Westfalia-Areals in Herdecke wird zum Ufer-Viertel

Herdeckes größte Baustelle: Die Straße in Ufernähe ist auf dem Westfalia-Gelände bereits asphaltiert. Noch zeigen muss sich, ob der vorgeschlagene Name „Ufer-Viertel“ sich durchsetzen wird.
Herdeckes größte Baustelle: Die Straße in Ufernähe ist auf dem Westfalia-Gelände bereits asphaltiert. Noch zeigen muss sich, ob der vorgeschlagene Name „Ufer-Viertel“ sich durchsetzen wird.
Foto: Mark Sonneborn
Was wir bereits wissen
Westfalia-Gelände oder neuerdings Ufer-Viertel? Ein großes Plakat wirbt mit ungewohntem Namen für Eigentumswohnungen an der Ruhr in Herdecke.

Herdecke..  Passanten wundern sich: Heißt das alte Westfalia-Gelände an der Ruhr nun Ufer-Viertel Herdecke? So hat es zumindest eine Vermarktungsfirma auf ihr großes Plakat am Rande der riesigen Baustelle zwischen Viadukt und Quartier Ruhraue geschrieben. Nachfragen ergaben, dass dies bis dato ein einzelner Namens-Vorstoß bzw. Vorschlag für die Wohnbebauung auf der früheren Industriebrache ist.

„Wir haben damit nichts zu tun, für uns heißt das Gelände weiterhin Westfalia III“, sagt Wolfgang Sailler. Der Geschäftsführer des Grundstücks- und Objektverwalters GEA Real Estate begründet dies unter anderem mit der historischen Verbundenheit, da der Mutterkonzern GEA 1994 Westfalia Separator übernahm. „Wir glauben zudem, dass der bisherige Name im Herdecker Sprachgebrauch eingeübt ist und sich die Leute hier eher mit dem Westfalia-Gelände identifizieren“, so Sailler. „Das dürfte auch auf die Orientierung zutreffen.“

Dem steht die Idee des Bauträgers SWF aus Dinslaken und des Beckumer Finanzdienstleisters TK gegenüber. Dessen Namensgeber und Firmeninhaber Thomas Kolkmann, der mit seinen Leuten u.a. auf dem Herdecker Ruhrgelände die Immobilien-Beratung und den Verkauf für SWF übernimmt, berichtet, dass diese beiden Unternehmen gemeinsam den Namen entwickelt hätten. „Auch wenn sich das womöglich noch einüben muss, finde ich persönlich die Bezeichnung Ufer-Viertel richtig gut“, sagt Kolkmann, der in Abstimmung mit der GEA Anfang Dezember das Plakat mit entsprechenden Angaben in der Verlängerung der Ruhrstraße aufstellen ließ. „Wir haben einen schönen Namen gesucht und uns entschieden, dass wir mit dieser Bezeichnung die Wohnungen in unseren zwei Objekten vermarkten wollen“, so Kolkmann. „Ob sich der Begriff Ufer-Viertel durchsetzen wird, vermag ich nicht zu beurteilen.“

Häuser mit 32 Eigentumswohnungen

Die SWF-Projektbauer erwarben die Fläche direkt gegenüber dem GVS-Seniorenheim und dem Torhaus, wo in zwei Gebäuden 32 Eigentumswohnungen entstehen. „Unser Auftraggeber hätte gerne einen noch größeren Teil der Fläche entwickelt, was aber leider nicht ging“, berichtet Thomas Kolkmann. Jetzt im Januar soll die Baugenehmigung mit der Vergabe der konkreten Adressen kommen, im März soll es mit den Arbeiten los gehen, damit nach 12 oder 14 Monaten die Einzüge erfolgen können. „Die Nachfrage ist groß. In vielen Gesprächen haben wir erfahren, dass einige den Namen Ufer-Viertel gut finden, andererseits die herausragende Lage eher im Vordergrund steht“, so der TK-Geschäftsführer, der in der Mühlenstraße 9 bis auf Weiteres ein Büro angemietet hat.

Die Interessenten für die 32 Eigentumswohnungen kämen aus Wetter, Witten, Hagen, Dortmund, Lüdenscheid und natürlich auch aus Herdecke. „Manch einer will vom Berg in eine zentralere Lage ziehen oder sich perspektivisch etwas sichern, um nach der Zwischenvermietung eines Tages selbst in den Genuss von kurzen Wegen zu kommen“, sagt Kolkmann. Er habe zum Jahreswechsel viele Anfragen erhalten, nachdem im Dezember erste Vertragsabschlüsse zustande gekommen waren. In den zwei Komplexen entstehen 14 bzw. 18 Einheiten in einer Größe von 66,5 bis 186,5 Quadratmetern. Preislich geht es ab 216 000 Euro los. Die zwei größten der insgesamt fünf Penthouse-Wohnungen seien vergeben. „Wir sind mit dem Verkaufsstand sehr zufrieden, zumal wir erst Anfang Dezember damit begonnen haben.“

Große Nachfrage

Auch Wolfgang Sailler kann von weiteren Beurkundungen zum Jahresende berichten, zwei Flächen (eine an der Ruhr und eine nahe der Gartenstraße) seien kürzlich an einen Interessenten veräußert worden. Noch zu haben seien etwa zwei Grundstücke: eines liegt mitten im Baugebiet an der Ecke zum querenden Weg (aus der Mühlenstraße mit Blick zum Viadukt in zweiter Reihe), für das andere an der Ruhr gebe es bereits eine Anfrage. „Die Auslastung liegt bei 85 Prozent, gerade eben habe ich zwei Anrufe für mögliche Reservierungen erhalten.“

Der Geschäftsführer der GEA Real Estate blickt ebenfalls zufrieden auf den Baufortschritt. Nach dem Beginn der Erschließungsarbeiten vor zwei Monaten ist (parallel zum Fuß- und Radweg) die unterste der drei Straßen bereits fertig, die oberste unterhalb der Gartenstraße fast fertig. „Wir kommen gut voran“, so Sailler, „vermutlich sind wir mit der Erschließung Ende Mai/Anfang Juni fertig.“