Steine auf unserer Seele

Gestern war Karfreitag. Wir Christen haben daran gedacht, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Er, der die Liebe zum Lebensprinzip erhoben hatte, schien sich nicht durchgesetzt zu haben. Doch morgen ist Ostern. Und das, was zunächst aussah wie das Scheitern eines Weltverbesserers, erscheint nun in einem ganz anderen Licht. Jesus ist nämlich nicht im Tod geblieben. Jesus ist auferstanden und den Seinen erschienen. Der Stein, der nicht nur am Eingang des Grabes lag, sondern auch die Gemüter der Jünger bedrückt hatte, er ist weggerollt. Mutlosen Menschen wird somit neue Hoffnung geschenkt. Sie leben wieder auf.

In unserem Familiengottesdienst am Ostersonntag wollen wir über das Wunder von Ostern nachdenken. Wir wollen dabei auch an Dinge denken, die wie schwere Steine auf unserer Seele liegen. Und wir wollen sie von Ostern her betrachten und beleuchten.

Wenn wir das tun, dann heißt das nicht, dass menschliche Sorgen und Nöte jetzt wie weggeblasen sind. Dann heißt das aber, dass wir im Vertrauen auf unseren Gott und im Blick auf Ostern immer dennoch Hoffnung haben dürfen. Und dann heißt das, dass selbst der Tod nicht das letzte Wort hat.

„Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“ Das fragten sich die Frauen, als sie am Ostermorgen zum Grab kamen, um Jesu Leichnam zu salben. Wer wälzt uns die Steine von unseren Seelen und gibt uns neuen Lebensmut? Das fragen wir Menschen uns immer dann, wenn wir Leid erfahren. Lassen sie uns darauf vertrauen, dass unser Gott das tut, dass er bei all denen ist, die bedrückt und mutlos und traurig sind.


Die Osterbotschaft, sie gibt uns Anlass zu diesem Vertrauen.