Star-Dirigent gibt in alter Reme-Halle den Ton an

Laden zum Konzert mit Justus Frantz in die Remehalle ein: Thorsten Coß, Monika Schmohel, Peter Uphoff (Wirtschaftsförderung), Bürgermeister Frank Hasenberg und Dirk Klapsing (von links).
Laden zum Konzert mit Justus Frantz in die Remehalle ein: Thorsten Coß, Monika Schmohel, Peter Uphoff (Wirtschaftsförderung), Bürgermeister Frank Hasenberg und Dirk Klapsing (von links).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für einen Abend wird eine alte Industriehalle in Wetter zum Konzerthaus: Justus Frantz gibt sich am 30. Juli die Ehre.

Wetter.. Wo früher Engländer ihre Panzer reparierten, wird der Star-Dirigent und Pianist Justus Frantz im Sommer für einen Abend den Ton angeben. Unter dem Motto „Klassik an der Ruhr“ verwandelt sich die Reme-Halle 1 im Schöntal dafür am Donnerstag, 30. Juli, in ein riesiges Konzerthaus. 1000 Zuhörer können das Klassik-Konzert mit der „Philharmonie der Nationen“ unter der Leitung von Justus Frantz in der Reme-Halle genießen – und nicht nur das. Denn das sommerliche Musikspektakel verspricht am Rande auch kulinarische Spezialitäten.

Reibungsloser Ablauf

Wie dieses Konzert den Weg nach Wetter gefunden hat? Ganz einfach: Monika Schmohel, Managerin des Ruhrtal-Centers, hatte in Borken Kontakte zu Dirk Klapsing geknüpft und nachgefragt, ob nicht auch die Harkortstadt einmal Austragungsort eines seiner fulminanten Konzerte sein könnte. Klapsing ist Intendant der Initiative Musiklandschaft Westfalen, die seit 2009 jeden Sommer ungewöhnliche Orte in Konzertsäle verwandelt.

Die Idee stieß bei Dirk Klapsing auf offene Ohren, und dann ging alles ganz schnell. „So, wie das hier in Wetter funktioniert hat, habe ich es selten erlebt“, lobte Dirk Klapsing alle an diesem Projekt Beteiligten. Dazu gehören neben der städtischen Wirtschaftsförderung auch das Unternehmen AVU Wesendrup-Recycling als Eigentümer der Halle und die EN-Agentur.

Auf die Reme-Halle war Peter Uphoff von der Wirtschaftsförderung aufmerksam geworden, und die AVU signalisierte schnell Kooperationsbereitschaft. Im Dezember kam Dirk Klapsing erstmals nach Wetter, um die Örtlichkeiten in Augenschein zu nehmen. Geradezu euphorisiert sei er gewesen, dass das alles so geklappt habe, meinte Klapsing: „Dann habe ich mit Justus Frantz gesprochen, und der sagte auch sofort: Ja, das machen wir.“

Begeistert zeigte sich auch Thorsten Coß, Geschäftsführer AVU Wesendrup, von dem musikalischen Großprojekt, das den Titel „Klassik an der Ruhr“ zu Recht trage. Denn schließlich sei die Ruhr dort im Schöntal ganz nahe, und im Keller der Halle lagerten sogar noch Sandsackreserven der Feuerwehr. „Eine schöne Sache. Für Wetter in dieser Größenordnung relativ einmalig“, so Thorsten Coß. Das sieht Bürgermeister Frank Hasenberg ähnlich: „Es dürfte das kulturelle Highlight in diesem Jahr in Wetter werden.“

Zelte im Freien

Und das erwartet die Konzertbesucher: In der etwa 1000 Quadratmeter großen Industriehalle wird (gegenüber des großen Eingangstors) eine Bühne aufgebaut. Stühle werden in drei ebenerdigen Blöcken angeordnet. „Im Freien vor der Halle werden wir Zelte aufbauen, und es wird etwas Schönes zu Essen und zu Trinken geben. Vielleicht sogar westfälische Spezialitäten“, sagt Dirk Klapsing und verspricht: „Wir richten die Konzertorte immer sehr schön her.“ Das kann Monika Schmohel nur bestätigen: „Ich war in Salzkotten bei einem Konzert, das war sensationell und bemerkenswert schön.“

Nun zum Wesentlichen des Abends, der Musik. Als Hauptwerk erklingt die 4. Sinfonie von Tschaikowsky. Ein weiterer Höhepunkt wird das Brahms-Solo des ungarischen Stargeigers Josef Lendyay sein, der eine Stradivari aus dem Jahr 1692 spielt. Ouvertüren und populärere Stücke ergänzen das Programm.