Stadt Wetter will mit guter Ausbildung für gutes Geld werben

Auf großen Tafeln wirbt das BBW für die Ausbildungsmöglichkeiten im Haus, während Bürgermeister Frank Hasenberg zu den Gästen spricht.
Auf großen Tafeln wirbt das BBW für die Ausbildungsmöglichkeiten im Haus, während Bürgermeister Frank Hasenberg zu den Gästen spricht.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bürgermeister Frank Hasenberg bittet zum Arbeitnehmerempfang ins Berufsbildungswerk der ESV – doch nur wenige folgten der Einladung.

Wetter..  Ein bisschen enttäuscht war Frank Hasenberg schon. Wie seine Amtsvorgänger auch lädt er jährlich Arbeitnehmervertreter zu einem Empfang ein. So viele Namensschilder wie diesmal blieben aber selten bei einer Einladung des Bürgermeisters ungenutzt liegen.

Sicher nicht nur die Nähe zum geplanten Gewerbegebiet am Stork ließ den Bürgermeister betonen, wie wichtig Gewerbeflächen für die Entwicklung der Stadt seien. „In Wetter liegt der Schwerpunkt auf dem verarbeitenden Gewerbe. 52 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse sind in Gewerbegebieten angesiedelt“, zählte er auf, im Ruhrgebiet liege der Schnitt bei nur 43 Prozent.

Wetter sei bei der Entwicklung von Gewerbe bisher sehr vorsichtig mit dem Verbrauch von Freiflächen umgegangen, erklärte er, meist habe es sich um die Wiederbelebung von Industriebrachen gehandelt. Dem geplanten Gewerbegebiet am Stork käme eine Schlüsselrolle für die Zukunftsfähigkeit der Stadt zu. Ansonsten versicherte er: „Die Stadt erledigt ihre Arbeit, wenn es um den ,Standort Wetter’ geht.“ Das reiche von der klassischen Wirtschaftsförderung über ein gelungenes Wohnumfeld bis zur Bildungslandschaft.

340 Azubis und 150 Schüler

Ein guter Arbeitsplatz, faire Bezahlung und ein soziales Klima seien Kernpunkte, für die sich die Arbeitnehmervertreter in der Stadt einsetzen würden. Menschen mit Behinderung schließe das als Beschäftigte mit ein. Sie sollen „eine gute Ausbildung machen können, dann können sie eine gute Arbeit finden. Und ihr eigenes Geld verdienen. Das ist wichtig für Inklusion.“ So zitierte Frank Hasenberg aus dem Aktionsplan „Menschengerechte Stadt“, mit dem Wetter einen Vorsprung gegenüber vielen anderen Städten bei der Umsetzung der Inklusion hat.

Bei Matthias Weber, dem Hausherrn im Berufsbildungswerk (BBW) der Evangelischen Stiftung Volmarstein, rannte der Bürgermeister damit doppelt offene Türen ein. Weber hob seine Erfahrung als Arbeitnehmervertreter in der Handwerkskammer und bei der Berufsgenossenschaft hervor. Und er leitet eine Einrichtung, die 340 Azubis und 150 Vollzeitschüler mit Handicap fit machen möchte für Arbeit und Entlohnung. Wie die übrigen 51 Berufsbildungswerke in Deutschland auch haben die Volmarsteiner Werkstätten eigene Schulen, ein Internat und medizinische Dienste zu bieten. „Bei der Ausbildung mit Autisten sind wir sogar bundesweit führend“, gab sich Weber selbstbewusst. „Da steckt viel Herzblut drin“, lobte er das Engagement der rund 200 Mitarbeiter.

Zu über 150 Betrieben der Region pflegt das BBW Kontakte, erfuhr einer der Arbeitnehmervertreter in einer kleinen Fragerunde, bevor der Empfang am Büfett endete.