Stabiles Bündnis für die Stadt
05.06.2012 | 14:52 Uhr 2012-06-05T14:52:00+0200
Herdecke. Vor etwas mehr als zwei Jahren war die Koalitionsvereinbarung unter Dach und Fach. In etwas mehr als zwei Jahren wird wieder ein neuer Rat gewählt. Grund für CDU, Grüne und FDP in Herdecke, eine Halbzeitbilanz für ihr „Jamaika-“Projekt zu ziehen.
Gemeinsam mit der Bürgermeisterin sind sie zum Pressegespräch gekommen. CDU, Grüne und FDP hatten die parteilose Katja Strauss-Köster zur Kandidatin gekürt. Am Tag ihres Wahl-Triumphes waren auch die Zeiten einer SPD-geführten Ratsmehrheit vorbei. Verabredet wurde danach eine feste Zusammenarbeit der drei Parteien.
Aus Sicht der Bürgermeisterin hat sich „Jamaika“ bewährt. „Es bewegt sich viel in der Stadt“, sagt sie und nennt zuerst die Baukräne auf dem ehemaligen Westfalia-Gelände. Aber auch das Parteienbündnis scheint zufrieden mit der Bürgermeisterin. Nein, den Rückhalt durch CDU, Grüne und FDP habe sie nicht einmal gefährdet gesehen, so Katja Strauss-Köster.
Aus Fehlern gelernt
Am Anfang gab es allerdings einmal eine brenzliche Situation: Die Koalitionäre wollten durch einen Beschluss zu den Grundschule n in Ende und zum Jugendzentrum am Berge noch ganz schnell Geld sparen. Die Bürgermeisterin war nicht sicher, ob formal alles richtig lief. „Ein Kommunikationsproblem“, sagt CDU Fraktionschef Heinz Rohleder heute. Ein Problem, die Beweggründe auch der Bürgermeisterin nicht deutlich genug gemacht zu haben, präzisiert Peter Gerigk, Fraktionschef der Grünen. Jamaika habe daraus gelernt: „Das würden wir so nicht wieder machen“, geben sich die drei Fraktionsvorsitzenden einig.
Im Land gehen die politischen Uhren anders. Würde Rot-Grün in Düsseldorf eine Politik machen, die spürbar zu Lasten der Kommunen ginge, würde eine Koalition der CDU mit den Grünen vor Ort natürlich nicht leichter werden, so Heinz Rohleder, Fraktionschef der CDU. Bei der Schulpolitik war das Signal genau umgekehrt: Erst der Kompromiss von Landesregierung und Landes-CDU habe das Bündnis für eine Modellschule in Herdecke so breit werden lassen.
DER KOMMENTAR
Von Klaus Görzel
„Jamaika“ ist gut im Tritt
Die halbe Wahlperiode ist rum, und „Jamaika“ ist zufrieden mit sich. Wen wollte das wundern?
Den ersten Streich führten CDU, Grüne und FDP mit der Verständigung auf Katja Strauss-Köster als Bürgermeisterkandidatin, den zweiten mit der Bildung einer Koalition. Ein rot dominierter Rat, ein Bürgermeister der SPD - nach über 60 Jahren war das Geschichte.
Die Freude über diesen historischen Sieg wirkt bis heute nach. Sie allein erklärt aber nicht die Beständigkeit des Dreiparteien-Bündnisses. CDU, Grüne und FDP haben die Herausforderung zur Gestaltung angenommen. In der Sache haben sie fürs Erste genug Gemeinsamkeiten gefunden.
Am Ufer der Ruhr wird gebaut. Die Musikschule kostet deutlich weniger Geld und wurde doch nicht geschleift. In der Schulpolitik gibt es einen ganz breiten Schulterschluss. Es läuft gut für „Jamaika“. Gefahr droht eher aus der Landeshauptstadt, wo die politischen Allianzen ganz andere sind, und nicht von der Herdecker SPD. Die muss sich noch weiter finden.
16:31
Nunja, wenn in 2 Jahren éwählt wird, dann wird es Zeit Erfölgsmeldungen zu verbreiten. Nach dem Motto: "Wer hat´s gemacht? Wir haben`s gemacht.
„Es bewegt sich viel in der Stadt“, sagt sie und nennt zuerst die Baukräne auf dem ehemaligen Westfalia-Gelände. Natürlich, das Westfalia Gelände, was könnte es auch sonst noch an Erfolg zu vermelden geben? War das Westfaliaprojekt nicht eine geschenkte Pralinenschachtel, die die o,g. "erfolgreichen" Bündnispartner nur zu öffnen brauchten? Das dürfte doch eigentlich jedem Alt- und Neu-Herdecker bekannt sein. Und ob die Schaffung von Billigläden (Takko, Adler) und die neue Supermarktkonkurenz letzendlich ein Erfolg sein wird, werden wir ja erfreulicher Weise noch in dieser Amtszeit feststellen. Die Zerstörung der Ruhraue ist jedenfalls jetzt schon ein Misserfolg