Sprachbarriere für Kinder aus Flüchtlingsfamilien

Am Ochsenkamp liegt eines der Flüchtlingsheime in der Stadt Wetter.
Am Ochsenkamp liegt eines der Flüchtlingsheime in der Stadt Wetter.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In Wetter gehen alle Flüchtlingskinder imentsprechenden Alter zur Schule. Deutsch können längst nicht alle. Förderlehrer könnten Abhilfe bringen.

Wetter..  140 Flüchtlinge leben aktuell in Wetter. Mittlerweile gibt es auch viele Hilfswillige in der Stadt, die den Flüchtlingen gerne unter die Arme greifen möchten. Gebündelt werden solche Angebote beim Fachdienst Soziales. Das gilt auch, wenn Wetteraner Flüchtlingskindern erste Deutschkenntnisse beibringen wollen. Die Situation der Flüchtlinge in der Stadt und mögliche Hilfen waren in dieser Woche gleich in mehreren Fachausschüssen Thema.

Die Zahlen

Waren es im Oktober letzten Jahres noch 109 Hilfeempfänger in der Stadt Wetter, ist die Zahl der Flüchtlinge zum Stichtag 11. Februar auf 140 gestiegen. Unter den letzten 20 Angekommenen waren vier Armenier, drei Tadschiken und neun Albaner, „keinesfalls auffällig viele Syrer“, so Udo Schulte vom Fachdienst Soziales.

Die Situation an den Schulen

„Zur Zeit gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten an den Schulen in Wetter“, alle Kinder seinen gut untergebracht, so Fachbereichsleiter Dietrich Thier im Schulausschuss. Dabei gehe es um etwa 20 bis 30 Jungen und Mädchen, die zum Teil schon einige Monate Schulen in Wetter besuchen. Für die Bildung von Auffangklassen war diese Zahl bislang aber zu niedrig.

Das Sprachproblem

Viele Flüchtlingskinder können kein Wort Deutsch sprechen, müssen aber ganz normal zur Schule gehen. „Wie lernen die Kinder Deutsch“, wollte daher Karen Haltaufderheide (Grüne) im Schulausschuss wissen. Ursula Zimmer, Leiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, sah sich jedenfalls ziemlich allein gelassen, trotz des besonderen Einsatzes einiger Lehrer. Sie berichtete von Schülern, die mit tollen Zeugnissen aus ihren Heimatländern angekommen sind, aber monatelang dem Unterricht nicht hätten richtig folgen können. „Man wird diesen Kindern nicht gerecht“, so Ursula Zimmer.

Fördermöglichkeiten

Im Frühjahr fangen im Kreis Fortbildungen für Lehrer zur Sprachförderung an Schulen an, so Schulamtsdirektor Joachim Niewel vom EN-Kreis. Außerdem hoffe er, dass möglichst viele Schulleiter Anträge für Integrationsstellenanteile gestellt hätten. So könnten Stellenanteile für die Betreuung von Flüchtlingskindern zugewiesen werden. 16 Stellen gebe es allein für Sprachförderung an Grundschulen.

Die Praxis

Sie habe sich bei der Bezirksregierung in Arnsberg wegen der Integrationsstellen informiert, so Ursula Zimmer: „Die haben mich ausgelacht“. Bei drei Flüchtlingskindern an der Schule habe sie mit nichts zu rechnen. Der Hinweis auf spätere Programme reichte Karen Haltaufder­heide nicht: „Die Kinder sind jetzt in der Schule und müssen so bald wie möglich am Unterricht teilnehmen können.“

Ehrenamtliche Hilfe

Die Grundschule Esborn habe mit ehrenamtlicher Hilfe gute Erfahrungen gemacht, so Leiterin Regina Lensing. Eine Koordination, so Ausschussmitglieder, sei sinnvoll.