Spaziergänger finden Schädel und Knochen

Am Friedhof in Wengern liegen menschliche Knochen am Wegesrand.
Am Friedhof in Wengern liegen menschliche Knochen am Wegesrand.
Foto: Susanne Schlenga
Was wir bereits wissen
Einen halben Schädel und einen Knochen haben Spaziergänger an einem Fußweg neben dem Friedhof in Wetter-Wengern gefunden. Dass menschliche Überreste ausgegraben werden, ist keine Seltenheit.

Wengern.. Nein, ein appetitliches Thema ist es nicht. Wer beim Morgenspaziergang schon auf Knochen und einen halben Schädel im Schatten des Friedhofs trifft, hat den Kaffee wahrscheinlich schon auf. Das gruselige Ensemble lag gestern in der Frühe am Wanderweg, der neben dem Wengeraner Friedhof vorbeiführt. Dort wird regelmäßig der Aushub aus den Gräbern zwischengelagert.

„In der Regel sollte so etwas nicht passieren“, sagt Frank Schremb, von der Gemeinde bestellter Friedhofsgärtner. Schon seine Mitarbeiter seien angewiesen, dass beim Abladen genau hingeschaut wird, ob möglicherweise Knochenreste zu sehen sind. „Ist das der Fall, haben wir ein extra Behältnis, um diese Überreste einzusammeln und dann wieder zu bestatten“, so Schremb. Falle schon beim Ausbaggern einer Grabstätte auf, dass noch nicht verweste Leichenteile zu Tage kommen, werde die Grube gleich tiefer gegraben. „Dann bestatten wir die Knochen direkt an Ort und Stelle wieder und decken sie ab.“

Starker Regen könnte Schuld sein

Ähnlich verfahren auch die Friedhofsgärtner auf den städtischen Ruhestätten in Wetter und Herdecke. „Nach einer Liegezeit von 25 bis 30 Jahren kann es vorkommen, dass Knochen noch intakt sind“, weiß Egbert Feuerstack, bei der Stadt Wetter für den Friedhof zuständig. „Was unsere Mitarbeiter finden, wird wieder bestattet“, betont auch er. In Herdecke ist man zudem bemüht, den Aushub für Grabstallen so abzudecken, dass auch Regen nicht irgendwelche Reste freispülen kann.

Kirche Genau das vermutet Frank Schremb beim Fall des Knochenfundes in Wengern. „Es lässt sich nicht ausschließen, dass starker Regen in einem Haufen etwas freilegt, was vorher nicht zu sehen war.“ Und noch einen Verdacht hat der Friedhofsgärtner: „Der Weg am Friedhof vorbei ist bei Hundebesitzern sehr beliebt“, sagt er. Das würden die ebenfalls sehr unschönen Hinterlassenschaften auf dem Grabaushub beweisen. „Möglicherweise wird auch da das eine oder andere zu Tage befördert.“

Eine alternative Möglichkeit, den Erdaushub zu lagern, sieht Frank Schremb in Wengern nicht. „Weiter in den Wald hinein können wir nicht“, sagt er. Und neben den Gräbern, wie es anderswo oft üblich ist, will er die Erde auch nicht lagern. „Das scheitert bei uns oft am Platz – und schön sieht es auch nicht aus.“

Mitarbeiter ansprechen

Länger als zwei bis drei Tage bleibe die frische Erde am Wegesrand auch nie liegen. Zudem werde an dem Privatweg der Gemeinde täglich kontrolliert, ob irgend etwas zu sehen sei. Dass ein kleiner Teil des Aushubs länger neben dem Wanderweg gelagert werde, liege in der Natur der Sache. „Ist ein Sarg mit in der Grube, passt natürlich nicht mehr die ganze Erde hinein.“

Sollte trotz aller Vorsorge doch einmal ein Knochen gefunden werden, bittet Schremb die Spaziergänger, dies im Gemeindebüro oder bei seinen Mitarbeitern zu melden. „Dann kümmert sich selbstverständlich sofort jemand darum.“