Spätschicht bis elf

Zugegeben: Viele der 26 (!) Tagesordnungspunkte des Ausschusses für Bauen, Planen und Verkehr in Herdecke waren interessant. Mal abgesehen von gegenseitigen Schuldzuweisungen bezüglich der Finanznot und des zum Teil fragwürdigen Erscheinungsbildes der Innenstadt, verlief die Diskussion der Politiker auch überwiegend sachlich. Und dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob eine öffentliche Sitzung an einem Wochentag wirklich bis 22.50 Uhr dauern muss. Diese Zeit schreckt vermutlich nicht nur interessierte Bürger ab. Auch den ehrenamtlichen Partei-Vertretern selbst dürfte diese Spätschicht über fast sechs Stunden noch in den Knochen stecken.

Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Der Verfasser dieser Zeilen hätte noch länger zugehört und lobt ausdrücklich, dass angesichts der Anwesenheit von Anwohnern ein Thema vorgezogen wurde (siehe Bericht auf Seite 3).

Dennoch sollten sich die Fraktionen im Vorfeld besser abstimmen, ob manche Anträge nicht kompakter gefasst oder im Vorfeld besser besprochen werden können. Mit weiteren solch aufgeblähter Sitzungen muss sich sonst niemand mehr wundern, warum es hier und da eine Politikverdrossenheit gibt.