Das aktuelle Wetter Wetter 15°C
Standort

Sorgen in Wengern durch Edeka-Aus

12.06.2013 | 08:00 Uhr
Sorgen in Wengern durch Edeka-Aus
Edeka im Geschäftszentrum von Wengern schließt Ende 2013Foto: Steffen Gerber

Wengern.   Die Werbegemeinschaft spricht von einer „Katastrophe“: Der Lebensmittelmarkt Edeka in Wengerns Osterfeldstraße schließt Ende des Jahres. Dabei wollen SPD und Stadt ein attraktives „Dorfplätzchen“ entwickeln.

Eigentlich wollte die SPD bei ihrer außerordentlichen Fraktionssitzung in der Elbschehalle über Verschönerungspläne in Wengerns „Einkaufsmeile“ informieren. Doch bei allem Interesse dafür ging es den mehr als 50 Gästen immer wieder um die Nahversorgung entlang der Osterfeldstraße. Zumal das Gerücht kreist, dass der Lebensmittelmarkt Edeka als zentrale Anlaufstelle aufgegeben wird.

„Wir schließen das Geschäft am 31. Dezember 2013“, teilte nun Stephan Steves, Edeka-Geschäftsführer für die Region Rhein-Ruhr, das Aus für die 1999 übernommene Filiale mit. Dies habe man mit Inhaberin Sigrid Knappmann abgestimmt, die Mitarbeiter seien informiert. Begründung: „Wir sehen keine Chance, das Objekt weiterzuführen, da die Rahmenbedingungen nicht stimmen“, so Steves zu der Einzelmaßnahme, die unabhängig von Entwicklungen andernorts erfolgt sei. „Wir schließen aus wirtschaftlichen Gründen.“

Zukunftsfragen

Was viele Fragen zur Zukunft an diesem Standort aufwirft, da auch das Woll-Geschäft in der Osterfeldstraße 11 abschließt und der Schlecker-Nachfolger nur selten offen hat. Immerhin bleibt der Penny-Markt. „Das Edeka-Aus ist für Wengern eine Katastrophe“, so Ralf Schäfer von der Werbegemeinschaft. Der Leerstand sei derzeit überschaubar, die Ansiedlung neuer Geschäfte werde aber schwerer. „Ich sehe da schon einen Zusammenhang mit dem Ruhrtal-Center am Bahnhof Wetter. Und durch das neue Versorgungszentrum in Bommern wird es noch schwieriger.“ Einige Wengeraner führen zum Einkaufen auch nach Herdecke.

Daher gehe es der Werbegemeinschaft darum, in Wengern einen ansprechenden Ersatz zu finden, um Kaufkraft vor Ort zu halten. Viele Gäste der öffentlichen SPD-Fraktionssitzung halten etwa die Volmarsteiner Lösung für gelungen, wo nach dem Netto-Aus der CAP-Markt die Bürger versorgt. Und ein Wengeraner, der ein Geschäft im dafür „unattraktiven Haßlinghausen“ betreibt, warnte eindringlich vor dem Veröden eines Geschäftsarreals. „Der Bürger sucht nach schönen Aufenthaltsmöglichkeiten in der Nähe der Händler.“

Tempo 50 bleibt

Dabei sind die Voraussetzungen in der Osterfeldstraße durch Tempo 50 nicht optimal, eine Reduzierung auf 30 km/h ist bei Landstraßen gesetzlich nicht möglich. Dennoch streben SPD und Verwaltung eine Aufwertung an. „Etwa 2016 muss der Kanal in der Nordstraße erneuert werden, da könnte man weitere Arbeiten in der Umgebung anschließen“, so Baufachbereichsleiter Manfred Sell, der in der Elbschehalle zwei Varianten für das neue, attraktive „Dorfplätzchen“ vorstellte. Dabei geht es um mehr Platz, verbesserte Querungen für Fußgänger über die Osterfeldstraße, eine etwas versetzte Bushaltestelle für behindertengerechte Ausstiege, ein neues Pflaster zwecks einheitlichem Erscheinungsbild, neue Sitzbänke, dazu Verschönerungen über Bäume und Pflanzen sowie neue Infotafeln (plus eventuell Skulptur). Alles unter dem Diktat der Verkehrssicherheit.

Alle Parkplätze erhalten

Die Anzahl aller Parkplätze - auch vor Edeka - soll bestehen bleiben, aber besser geordnet werden. „Die Aufenthaltsqualität soll sich verbessern, es soll eher ein Ort der Begegnung werden als ein reiner Parkplatz bleiben“, so Sell, der mit Blick auf den Ruhrtalradweg den ersten Eindruck für Auswärtige aufwerten will. „Das sind bisher nur Ideen, die modular umsetzbar sein könnten“, so Sell, „die Öffentlichkeit wird auch noch beteiligt.“

Erste Reaktionen erntete er von Bürgern, die die Beseitigung dieser „Schmuddelecke“ und lebhaftere Gestaltung begrüßen. „Wir wollen die Dorfkerne stärken und gute Voraussetzungen schaffen, sowohl für den Einzelhandel als auch zum Wohlfühlen“, betonte Bürgermeister Frank Hasenberg. „Dieser Teil Wengerns verträgt eine Aufwertung, da davon auch die Gastronomen im alten Dorfkern profitiert.“

Steffen Gerber



Kommentare
12.06.2013
13:35
Sorgen in Wengern durch Edeka-Aus
von R.Gras | #2

Warum sollte es den Wengeranern den besser gehen als den Wetterranern. Wir haben auch keinen Metzger mehr in der Stadt. Nur eingepackte waren. Wenn ich mal in eine Apotheke möchte zahle ich sogar 1€ Parkgebühren. Tolle Planung. Laut Umsatzzahlen von Kaufland GmbH, läuft der Laden auch nicht so besonders wie er sollte. Die Folge: Hauptankermieter Kaufland in Gefahr so stehen dann auch andere Mietverträge in Gefahr bzw. C&A usw. haben dann ein Sonderkündigungsrecht.
Dann haben wir ein Gespenster Ruhrtal Center.
Edeka ist nicht der Schuldige, die Schuldigen sitzen wo anders. Kleine Tipp als ehemaliger Wengeraner , mal sich für seine Bedürfnisse einsetzen. Der einzelne wir nicht gehört, aber viele.

12.06.2013
12:58
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Nostalgisches Wasserwerk Volmarstein läuft auf Reserve
Sommertour
Dritte Station der Sommertour: Auch wenn die AVU das Wasserwerk Volmarstein nur noch teilweise betreibt, lassen sich in der Anlage am Ruhrufer aktuelle Prozesse zur Aufbereitung erklären. Nachfragen zeigten, dass sauberes Wasser ein spannendes Thema ist.
Sohn hält Mutter Waffe an den Kopf
Gericht
Seit seinem 14. Lebensjahr beschäftigt ein junger Wetteraner die Justiz. Obwohl die Eltern immer wieder versuchten, ihn auf die richtige Spur zu bringen. Jetzt stand er vor Gericht, weil er seiner Mutter im Streit eine Pistole an den Kopf setzte.
Bus verliert große Mengen Sprit in der Mühlenstraße
Feuerwehreinsatz
Zur Mühlenstraße in Herdecke rückte Mittwochabend die Feuerwehr aus. Dort verlor ein Bus erhebliche Mengen Dieselkraftstoff, nachdem er offenbar aufgesetzt und sich einen Defekt am Unterboden zugezogen hatte.
Dem Landleben verbunden - so oder so
Gesellschaft
Landfrauen von heute - wir treffen vier im Kreisverband organisierte Frauen. Von denen ist aber nur noch Heike Backhaus eine „echte“ Bäuerin. Susanne Joahnnsen dagegen hat mit der Landwirtschaft eigentlich gar nichts zu tun.
Nachwuchspolitiker sammeln für Brotkorb
Ehrenamt
Trotz der Ferienzeit engagieren sich die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments in Herdecke für Menschen, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht. Freitag und Samstag sammeln sie Spenden bei REWE und EDEKA.
Fotos und Videos
Wasserwerk Volmarstein
Bildgalerie
Sommertour
Brandruine Reuterhaus
Bildgalerie
Kindergarten
Neues für Unfall-Einsatz
Bildgalerie
Feuerwehr-Übung
Brand im Krankenhaus
Bildgalerie
Brand