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Missbrauch

Siebeneinhalb Jahre Haft für Missbrauch an zwei Kleinkindern

14.01.2013 | 17:36 Uhr
Siebeneinhalb Jahre Haft für Missbrauch an zwei Kleinkindern
Justitia ist die Personifikation der Gerechtigkeit; dies Bronzefigur steht in der Kanzlei Arden Voß bei dem Rechtsanwalt Frank Engel in KLeve.Foto: Kurt Michelis

Wetter/Hagen.   25 Mal hat sich ein Mann (21) aus Wetter an zwei kleinen Mädchen (2/4) vergangen. Am Montag verurteilte ihn das Hagener Landgericht wegen Missbrauchs und Vergewaltigung zu siebeneinhalb Jahren Haft. Eine psychische Erkrankung wirkte sich ebenso strafmildernd aus wie sein schnelles Geständnis.

25 Mal verging sich ein 21-jähriger Wetteraner an zwei kleinen Mädchen aus seinem Umfeld. Montag verurteilte ihn das Hagener Landgericht wegen Missbrauchs und Vergewaltigung zu siebeneinhalb Jahren Haft. In der Urteilsbegründung fand Richter Marcus Teich deutliche Worte für diesen Vertrauensbruch: „Die Kinder mochten ihn, hatten ihn lieb gewonnen.“

Gesenkten Hauptes saß der 21-Jährige auf der Anklagebank. Sein letztes Wort nutzte er, um sein Bedauern zu formulieren: „Ich wollte mich noch mal bei der Familie entschuldigen.“ Er hoffe, dass seine Taten keine Folgeschäden mit sich ziehen würden. Keine Stunde später verkündete die 1. Große Strafkammer das Urteil, das den Wetteraner offenbar bis ins Mark traf. Regungslos starrte er während der gesamten Begründung nach unten. Seine Hände hielt er im Schoß verschränkt. Nur ab und zu bewegte er einen Finger. Erst zum Ende, als ihn der Vorsitzende Richter Marcus Teich direkt ansprach, blickte er kurz auf.

Geständnis ersparte Opfern die Aussage vor Gericht

Er solle die Zeit im Gefängnis dazu nutzen, an sich zu arbeiten, forderte ihn Marcus Teich auf. Offen blieb, ob der 21-jährige Mann das Gesagte tatsächlich wahrnahm.

Sein frühzeitiges Geständnis, das der Familie der beiden kleinen Opfer wenigstens die Aussage vor Gericht ersparte, sprach deutlich für den Wetteraner. Ohne dieses Geständnis, so Teich, hätte der Angeklagte auch durchaus mit einer Strafe im zweistelligen Bereich rechnen müssen. Eine psychische Erkrankung, die die Taten sicherlich begünstigte, wirkte sich ebenso strafmildernd aus wie lediglich geringe und nicht einschlägige Vorbelastungen.

Dem entgegen strafschärfend fiel das junge Alter der betroffenen Kinder ins Gewicht. Zu Beginn der Übergriffe waren die beiden Schwestern gerade zwei und vier Jahre alt. Ebenso zu seinen Ungunsten sprachen die Vielzahl der Übergriffe und der lange Tatzeitraum. Darüber hinaus, das betonte der Vorsitzende, habe er seine Vertrauensposition auf massivste Weise ausgenutzt. Die Eltern hätten ihm ihre Kinder anvertraut. „Dieses Vertrauen wurde auf schlimme Weise missbraucht. Die Kinder sahen in ihm einen guten Freund. Jemanden, der ihnen nur Gutes tut. Jemanden, von dem sie nichts Schlechtes zu erwarten haben.“

Keine Reifeverzögerungen

Mit den siebeneinhalb Jahren Haftstrafe folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Auch wurde der junge Wetteraner nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt, da das Gericht nicht von Reifeverzögerungen ausging. Verteidiger Ihsan Tanyolu sah das anders. Er hatte in seinem Plädoyer beantragt, bei seinem Mandanten das Jugendstrafrecht anzuwenden. Auch hatte Tanyolu um eine milde Bestrafung gebeten.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte er, er ziehe es in Erwägung, Revision gegen das Urteil einzulegen.



Kommentare
18.01.2013
14:46
Siebeneinhalb Jahre Haft für Missbrauch an zwei Kleinkindern
von Alter-Mann | #2

Diese Opfer hatten Glück im Unglück.

Der Täter wird bestraft. Die Opfer bekommen vielleicht Hilfe, die das Erlebte helfen zu verarbeiten - und damit zu leben.

Aber wie hätte es ausgesehen, wenn der Täter aus der Kirche gekommen wäre?
Wie christlich hätte sich da die Kirche verhalten?

Hätte man den Täter ins Ausland gebracht, um ihn vor der Strafverfolgung zu schützen?

Siehe Beiträge zu Pfeiffer und Kirche - z.B. hier bei WAZ.

16.01.2013
12:11
Vertraue mir.....die Schlange Kaa...
von ergo-oetken | #1


Ich hoffe, es wurde im Zuge des Verfahrens auch beleuchtet, wie es zu den psychischen Problemen des jungen Straftäters kam. Denn Sexualkriminalität ensteht nicht im luftleeren Raum. Insofern ist davon auszugehen, dass dieser Täter nicht der einzige Mensch im Umfeld der Kinder ist, der Übergriffe begeht und dass diese beiden kleinen Mädchen nicht seine einzigen Opfer sind.
Den Kindern und ihren Eltern ist zu wünschen, dass sie sich kompetente Hilfe suchen und sie auch finden.

Und dass möglichst viele Eltern von kleinen Kindern diesen Artikel lesen und sich klar machen, dass "Vertrauen" nur da angebracht ist, wo Kontrolle jederzeit möglich ist.
Alles andere ist Leichtsinn, in diesem Fall Fahrlässigkeit mit ganz schlimmen Folgen für die beiden Mädchen.

Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von über 7 Millionen Wahlberechtigten in diesem Land, die in der Kindheit Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden


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