Seniorenheim zentral und im Grünen

Bei seinem Besuch im GVS-Altenzentrum Ruhraue nahm sich Laumann auch Zeit, mit Bewohnern zu sprechen. Im Hintergrund u.a. BM Strauss-Köster (1. v.l.), Landratskandidatin Babett Bolle (CDU, 3. v.l.), JU-Vorsitzender Sven Delbeck (5. v.l.), CDA-Kreisvorsitzender Christian Brandt (rechts).
Bei seinem Besuch im GVS-Altenzentrum Ruhraue nahm sich Laumann auch Zeit, mit Bewohnern zu sprechen. Im Hintergrund u.a. BM Strauss-Köster (1. v.l.), Landratskandidatin Babett Bolle (CDU, 3. v.l.), JU-Vorsitzender Sven Delbeck (5. v.l.), CDA-Kreisvorsitzender Christian Brandt (rechts).
Foto: Valentin Dornis
Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) besuchte das GVS-Altenzentrum Ruhraue in Herdecke, das mit seiner Zentrumsnähe einem modernen Pflegekonzept folgt.

Herdecke..  Pünktlich fuhr er vor, trotz eines straffen Zeitplans und eines anstrengenden Programms: Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) besuchte am Montagabend das GVS-Altenzentrum Ruhraue. „Schön haben Sie es hier. Lassen Sie uns loslegen“, begrüßte er sein Empfangskomitee.

Dazu gehörten unter anderem Herdeckes Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster und der CDA-Kreisvorsitzende Christian Brandt. Laumann, früherer NRW-Minister und nun Beauftragter der Bundesregierung für Patientinnen und Patienten, wollte gemeinsam mit ihnen das Altenzentrum besichtigen, das mit seiner Nähe zur Innenstadt einem moderneren Pflegekonzept folgt.

„Die Lage ist wirklich klasse, so zentral und trotzdem im Grünen“, stellte Laumann auch direkt fest. Das Anfang 2014 eröffnete Gebäude ist modern eingerichtet, mit Wohngruppen und Küchen für gemeinsames Abendessen. Und genau in diese Mahlzeit platzte die Delegation auf ihrem Rundgang herein. Laumann nutzte die Gelegenheit und setzte sich einfach dazu – im persönlichen Gespräch mit den Bewohnern erkundigte er sich nach ihrem Leben in der Einrichtung. Immer wieder kam zur Sprache, wie die Lage im neuen Quartier Ruhraue das Leben der Bewohner positiv beeinflusse.

In der anschließenden Diskussionsrunde bei Würstchen und Kartoffelsalat betonte Einrichtungsleiterin Christel Meining: „Wir möchten, dass man hier wohnen kann, wie man es von zu Hause gewohnt war.“ Dazu gehöre nicht nur die Nähe zur Innenstadt, sondern auch ein angenehmes Umfeld mit vielen gemeinsamen Aktivitäten. Dass das Haus Ruhraue bereits nach einem Jahr komplett belegt gewesen sei, sei „nicht normal“, sagt GVS-Geschäftsführerin Ewa Kohut und wertete das als gutes Zeichen für ein ansprechendes Gesamtkonzept.

Das lobte auch Laumann, lenkte das Gespräch aber auch auf zukünftige Probleme und Herausforderungen: „Ich bin überzeugt, dass in den nächsten Jahren die Tagespflege sehr wichtig werden wird. Darauf müssen sich solche Einrichtungen und auch die Politik einstellen“, sagte er auch in Richtung Strauss-Köster.

Personalnachwuchs wandert zu

Ein zweites, wichtiges Thema waren die Nachwuchssorgen in Pflegeberufen. Laumann stellte fest: „Man muss Gutes gerne tun wollen, um sich für diesen anstrengenden Beruf zu entscheiden. Diese Einstellung muss man den jungen Leuten besser vermitteln.“ Der GVS habe momentan 23 junge Auszubildende, bemerke aber auch, dass viele junge Bewerber nicht die nötigen Voraussetzungen mitbrächten, merkte Einrichtungsleiterin Meining an. Deshalb sei sie froh, dass sich viele Menschen mit Wurzeln in Polen, Kasachstan und mittlerweile auch der Türkei in Deutschland für den Pflegeberuf entschieden.

Ingrid Manke, Bewohnerin des Altenzentrums und Vorsitzende des Heimbeirates, zeigte sich zufrieden mit dem Personal: „Wir haben jüngere und ältere Pfleger, das mischt sich sehr gut. Und wenn etwas mal nicht passt, können wir das jederzeit ansprechen und es wird geklärt.“ Die Beteiligung der Bewohner an der Gestaltung des Zusammenlebens und der Pflegearbeit war auch für Laumann ein wichtiger Punkt: „Manche Leute vergessen, dass ältere Menschen auch Persönlichkeiten mit viel Lebenserfahrung sind. Deshalb muss man unbedingt auf ihre Anregungen und Wünsche eingehen.“ Mit diesem Schlusswort verabschiedete sich der Gast in Richtung Flughafen – dieses Mal nicht ganz so pünktlich: Laumann hatte sich für seinen Besuch an der Ruhr rund 20 Minuten mehr Zeit genommen, als geplant.

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