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Selbstgehäkelte Gitarre zum Dank

12.02.2010 | 15:52 Uhr
Selbstgehäkelte Gitarre zum Dank

„Es gibt kein Bier auf Hawai” und „Lustig ist das Zigeunerleben” schallt es durch den Gemeinschaftsraum des Treffs in Wengern.

 Häschen und Kätzchen, Piraten und Sheriffs schnunkeln am Weiberfastnachtstag schwungvoll zu bekannten Karnevalsschlagern und singen lauthals mit. Vorsänger an der Gitarre: Ignaz Schneider, pensionierter Fachbereichsleiter der Stadt Wetter.

Die Teilnehmer der Gruppe „Singen für Jung und Alt”, allesamt behinderte Mitarbeiter des Frauenheims, haben mächtig Spaß. Das weiß Ignaz Schneider, der seit Sommer ehrenamtlich einmal im Monat zum Musizieren in den Treff kommt. Den Kontakt stellte Frauenheim-Leiterin Edelgard Spiegelberg her.

Ein erstes Kennenlernen gab es bei einem Grillfest. Seitdem ist das Freizeitprogramm für die behinderten Menschen im ambuant betreuten Wohnen um eine Variante reicher. „Volkslieder und alte Schlager sind besonders beliebt”, weiß Ignaz Schneider inzwischen. Damit kann der Musiker - den Wetteranern bestens bekannt von Oldie-Konzerten als Hälfte des Duos „Ignaz & Ebby” - gut leben. Und hat auf den besonderen Wunsch einer einzelnen Teilnehmerin jetzt sogar Text und Melodie eines Hits von Hansi Hinterseer gelernt: „Tiroler Berge”.

„Es ist alles so

unkompliziert.”

„Man erlebt selten, dass Leute so begeistert sind. Und es ist alles so vollkommen unkompliziert”, schätzt Schneider die Zeit, die er mit den Frauen und Männern im Alter von 30 bis 70 Jahren verbringt. Dass auch sie sich auf den Mann mit der Gitarre freuen, steht außer Frage. Den besten Beweis lieferte Ignaz Schneider-Fan Doris Krüger: Sie überreichte ihm am Donnerstag eine selbstgehäkelte Gitarre. Na, wenn das kein Kompliment ist!

„Heute wollen natürlich alle Karnevalslieder singen. Das fällt mir nicht so leicht”, gibt der Wetteraner zu Beginn der Musikstunde zu. Aber er nimmt's mit Humor, rückt seinen Sheriff-Hut zurecht und greift zur Gitarre. „Am Rosenmontag bin ich geboren”, schmettern alle gemeinsam. Und auch die Besucherin von der Zeitung wird mit einem Lied verabschiedet: „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus . . .”

Elisabeth Semme

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